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Fallzahlen treiben Mutationen : Das Risiko der Evolution

Oberfläche des Sars-CoV-2-Erregers in einer Simulation mit den Spike-Proteinen (“Stacheln“), in denen Mutationen und damit die molekulare Struktur besonders aufmerksam verfolgt werden müssen. Bild: Max-Planck-Institut für Biophysik

Zufall und Notwendigkeit: Hohe Fallzahlen begünstigen Mutationen des Pandemie-Erregers – und damit ist er auch immer schwerer auszurechnen.

          5 Min.

          Es bleibt ein gnadenloser Wettlauf. Das Virus oder wir. So wollen wir es sehen. So sollten wir es wohl auch sehen. Durchhalten. Aber nach einem Jahr Pandemie ohne Pause, nach inzwischen zwei Millionen Covid-19-Toten weltweit und offiziell mehr als 90 Millionen gemeldeten Infizierten und vor allem mit der Aussicht auf eine neue, vielleicht entscheidende Phase in dem evolutionären Wettlauf zwischen Erreger und seinem Wirt, heißt es, dem Gegner und dessen Stärken offen ins Auge zu sehen. Gut möglich nämlich, dass die Evolution nicht auf unserer Seite ist.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Die neue Gefahr hat vor einem Monat einen Namen bekommen, der leicht in die Irre führt: „britische Variante“. Es handelt sich um eine Linie des Sars-CoV-2-Erregers, eine Kombination von siebzehn Mutationen im Virenerbgut, die zwar in England zuerst beschrieben wurde, aber keineswegs dort auch entstanden sein muss. In 43 Ländern hat man diese Variante inzwischen identifiziert, Virengenome mit dem entsprechenden Profil aus fast drei Dutzend Ländern sind in der Gendatenbank von „Gisaid“ hinterlegt. Keine Frage: Diese Virusvariante, wissenschaftlich als B1.1.7. bekannt, ist etwas Besonderes. In England und in Irland hat die Ausbreitung dieser Mutanten in den vergangenen drei Wochen offenbar für einen raketenartigen, bisher beispiellosen Anstieg der Corona-Fallzahlen geführt.

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