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Polizei-Mathematik : Wie rassistisch ist Polizei-Mathematik?

  • -Aktualisiert am

Wo wird wann eingebrochen werden? Benutzeroberfläche der Prognosesoftware „Precobs“ bei einem Test in Oberhausen 2014. Bild: dpa

Amerikanische Mathematiker rufen ihre Kollegen auf, nicht mit der Polizei zusammenzuarbeiten. Sie meinen, das verleihe einem rassistischen System wissenschaftlichen Anstrich.

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          Mathematik ist Klarheit. Sie kann Aspekte unserer mehrdeutigen Welt beschreiben, ist selbst aber eindeutig. Wahr ist in der Mathematik nur, was bewiesen werden konnte. Dadurch wirkt sie losgelöst von der aufgeregten Wirklichkeit, wie wir sie gerade auf den Straßen der Vereinigten Staaten sehen, wo George Floyds Tod erst Demonstrationen und schließlich Denkmalstürze auslöste. Doch nun hat eine Gruppe von Mathematikern ihre beschauliche Wissenschaft in diesen Sturm hineingerissen.

          In dem Schreiben an die Mitgliederzeitschrift der American Mathematical Society (AMS) fordern die zehn Verfasser ihre Kollegen auf, nicht mit der Polizei zusammenzuarbeiten. Das Magazin will den Brief in der Oktoberausgabe gemeinsam mit anderen Beiträgen zu dem Thema veröffentlichen. Die AMS pocht darauf, dass sie keine offizielle Position dazu einnimmt. Dafür haben sich mittlerweile gut 1500 Mathematiker aus verschiedenen Ländern dem Aufruf angeschlossen. Das Paradoxe dabei ist: Ausgerechnet mit ihrem Realitätsschock drohen sie den Einfluss der Mathematiker auf die Probleme der echten Welt zu schwächen.

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