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Künstliche Intelligenz : „Ich halte nichts von Verboten“

  • -Aktualisiert am

FRAGE: Diese Art Software kann aus einem Satz bekannter Daten Muster erlernen und das Gelernte auf neue unbekannte Daten anwenden und sie analysieren. Wie will SAP maschinelles Lernen einsetzen?

ANTWORT: Wir wollen diese spezielle Art von Intelligenz künftig in unsere gesamte Produktpalette einbringen. Wir möchten alle Geschäftsprozesse mit einem kleinen „Lerner“, einer Machine Learning-Lösung neu denken und erfinden. Im Finanzbereich oder bei der Kundenbetreuung arbeiten die Menschen beispielsweise häufig nach wiederkehrenden Regeln, die denen von Computerprogrammen ähnlich sind, allerdings sind die Daten nicht sauber strukturiert. Für Machine Learning-Systeme ist das aber nicht unbedingt ein Problem.

FRAGE: Können Sie das an konkreten Beispielen näher erläutern?

ANTWORT: In der Buchhaltung muss man beispielsweise eingehende Zahlungen mit offenen Forderungen abgleichen. Die Kunden zahlen aber mal mehr und mal weniger, bündeln Überweisungen oder es gibt Wechselkursschwankungen. Heute leisten oft noch immer  Menschen diesen Abgleich. Wir bieten eine Softwarelösung an, die diese Arbeit mit maschinellem Lernen unterstützt und beschleunigt.

Ein anderes Beispiel: Für Geschäftsreisen erproben wir gerade, diese automatisch zu erfassen und in den SAP-Unternehmenssystemen abzubilden. Eine eingehende Rechnung besteht für den Computer zunächst aus Pixeln. Die Software soll dann lernen, die wichtigen Details wie das Datum, den Rechnungsbetrag, die Währung, den Mehrwertsteuersatz und so weiter herauszulesen. Wenn das funktioniert, müssen nur noch Zweifelsfälle und Ausnahmen von Menschen angefasst werden. Im Bereich Kundenservice haben wir ein System entwickelt, das automatisch Anfragen analysiert und den passenden Teams zuweist. Zudem bietet die Software Lösungsvorschläge an, die in der Vergangenheit den Kunden geholfen haben. Sie kann auch automatisch antworten, wo es sich anbietet.

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