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Fields-Medaille für Deutschen : Brückenbauer zwischen Geometrie und Zahlen

  • -Aktualisiert am

Kann neue Verbindungen zwischen mathematischen Teilgebieten sehen: Peter Scholze erhält die Fields-Medaille. Bild: Volker Lannert

Ein Vorausdenker, wie ihn Deutschland lange nicht mehr hatte: Der Bonner Peter Scholze erhält für seine Arbeiten die Fields-Medaille – die weltweit höchste Auszeichnung für Mathematiker.

          Er ist die Kultfigur der arithmetischen Geometrie und einer der besten Mathematiker der Welt. Seit heute ist Peter Scholze vom Hausdorff-Zentrum für Mathematik in Bonn und Direktor des dortigen Max-Planck-Instituts für Mathematik auch Träger der Fields-Medaille. Diese Auszeichnung ist die höchste Ehrung für Mathematiker unter vierzig Jahren – nicht von der Dotierung her, die liegt nur bei 15000 kanadischen Dollar, aber hinsichtlich ihrer Reputation

          Wer eine Fields-Medaille errungen hat, gehört in den Olymp der Großen dieses Faches. In den vergangenen 82 Jahren ist nur ein Deutscher in diese Höhen empor geklommen: 1986 erhielt Gerd Faltings, Direktor am Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn, eine Fields-Medaille. Scholze wurde die Auszeichnung jetzt beim Internationalen Kongress der Mathematiker in Rio de Janeiro verliehen. Neben ihm wurden noch Akshay Venkatesh vom „Institute for Advanced Study“ der Universität Princeton, Alessio Figalli, von der ETH Zürich und Caucher Birkar von der Universität Cambridge ausgezeichnet.

          Jüngster W3-Professor Deutschlands

          Wer ist Peter Scholze? Auf den ersten Blick wirkt der Dreißigjährige wie ein Student, sein Talent ist einzigartig. Scholze stieg unmittelbar nach dem Abitur mit einer Vordiplomprüfung in das Bachelorstudium ein. Seine in zwei Jahren fertiggestellte Promotion verschaffte ihm internationale Anerkennung. Noch im selben Jahr machte die Universität Bonn den damals 24 Jahre alten Mathematiker ohne formale Habilitation zum jüngsten W3-Professor Deutschlands. Mit 27 Jahren wurde Scholze der jüngste Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preisträger in der mehr als dreißigjährigen Geschichte dieser prestigeträchtigen deutschen Forschungsförderung. Seit 2011 ist ihm ein internationaler Mathematik-Preis nach dem anderen zugesprochen worden, als Krönung nun die Fields-Medaille, die auch als einer der Nobelpreise für Mathematik bezeichnet wird.

          Einen Preis hat der Shootingstar allerdings abgelehnt. Im November 2015 war ihm der mit 100000 Dollar dotierte „New Horizons in Mathematics Prize 2016“ zugesprochen worden. Diese Auszeichnung ist die Junior-Variante des drei Millionen Dollar schweren „Breakthrough Prize in Mathematics“, der durch eine Zuwendung von Mark Zuckerberg an die „Silicon Valley Community Foundation“ finanziert wird. Die „Breakthrough“-Preise gelten als die Oscars der Wissenschaften. Ihre Verleihungen werden mit viel Hollywood-Pomp zelebriert. Scholze hat sich nie öffentlich zu den Gründen seiner Ablehnung geäußert, aber der Mathematiker Michael Harris von der Columbia University in New York spekulierte unlängst in einem Blog, dass Scholze vielleicht der Meinung gewesen sei, dass die Prioritäten des Silicon Valleys nicht mit denen der Mathematik übereinstimmten. Scholze hat 2010 einen 288 Seiten langen Beweis von Michael Harris, Richard Taylor und Guy Henniart zu einem Problem der Zahlentheorie auf nur noch 37 Seiten zusammengestrichen, nachdem er einen Weg gefunden hatte, einige der kompliziertesten Passagen zu umgehen.

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