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Ransomware : Die unfassbaren Kriminellen

  • -Aktualisiert am

Wenn’s wie wild am Netzwerkspeicher blinkt, muss das keine Ransomware-Attacke sein. Aber wenn es eine ist? Bild: Frank Röth

Sicherheitsexperten fordern, strategisch gegen erpresserische Software vorzugehen und Versicherungen dagegen zu verbieten. Die Verfolgung der Täter klammern sie aus – aus guten Gründen.

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          Im Sommer 2021 rief der Landkreis Anhalt-Bitterfeld den Katastrophenfall aus. Ein Hackerangriff hatte die Verwaltungsrechner lahmgelegt: Sozialgeld, Unterhaltsleistungen, Jugendhilfe – nichts ging mehr. Kurz zuvor hatte es die amerikanische Colonial Pipeline erwischt. Sie stellte den Betrieb ein, woraufhin an Tankstellen im Osten des Landes der Sprit knapp wurde. Als im September 2020 Hacker das Computersystem der Uniklinik in Düsseldorf außer Funktion setzten, machte die Notaufnahme dicht. Eine Notfallpatientin im Krankenwagen wurde ins 32 Kilometer entfernte Wuppertal umgeleitet, wo sie kurz nach der Ankunft starb.

          In all diesen Fällen haben Kriminelle Erpressungsprogramme auf die Computer geschleust. Diese „Ransomware“ verschlüsselt Daten und macht Systeme dadurch unbrauchbar. Auf dem Bildschirm erscheint eine Forderung nach Lösegeld. Wer es in Form von Kryptowährung zahlt, bekommt seine Daten wieder. Es ist ein verbreitetes Problem. In einer Umfrage unter 400 mittelgroßen Unternehmen in Deutschland gaben zwei Drittel an, 2021 von Ransomware betroffen gewesen zu sein. 42 Prozent sollen Lösegeld gezahlt haben. Im Schnitt war es jeweils mehr als eine Viertelmillion Euro. In vielen Fällen deckten Versicherungspolicen die Zahlungen ab.

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