https://www.faz.net/-gwz-usz5

Bestände : Nur noch 5200 Blauwale in den Weltmeeren

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Die Zahl der Wale einer Art lässt sich nur sehr schwer bestimmen, weil die Tiere in den Weiten der Meere nicht systematisch beobachtet werden können. Die weltweit aktive Whale and Dolphin Conservation Society bemüht sich um eine Bestandsaufnahme der Meeressäuger.

          Die Zahl der Wale einer Art lässt sich nur sehr schwer bestimmen, weil die Tiere in den Weiten der Meere nicht systematisch beobachtet werden können. Die weltweit aktive Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) hat aktuelle Bestandsschätzungen für die wichtigsten großen Walarten zusammengetragen:

          Der Blauwal (Balaenoptera musculus) wird bis zu 33 Meter lang und 150 Tonnen schwer. Das größte Tier auf Erden ernährt sich von Kleinlebewesen wie Krebsen, Schnecken und Plankton, die massenhaft im Meer auftreten und als Krill zusammengefasst werden. Der Blauwal, der früher weit verbreitet war, wurde fast bis zur Ausrottung gejagt. Er ist in allen Ozeanen und Klimazonen zu Hause, bewohnt heute aber nur noch die Hochsee. Der weltweite Bestand wird laut WDCS auf 5200 Tiere geschätzt.

          Der Finnwal (Balaenoptera physalus) ist der zweitgrößte Wal. Er kann 27 Meter lang und 75 Tonnen schwer werden. Wie der Blauwal und alle anderen Bartenwale ernährt sich der Finnwal von Krill, den er mit seinen Barten aus dem Wasser filtert. Fische stehen ebenfalls auf seinem Speisezettel. Auch der scheue Finnwal, der die Küstenregionen meidet, ist weltweit verbreitet und wurde fast bis zur Ausrottung gejagt. Heute töten noch Island und Japan Finnwale, grönländische Inuit dürfen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts die Meeressäuger ebenfalls jagen (sogenannter Subsistenzwalfang). Der weltweite Bestand wird auf 40.000 Tiere geschätzt.

          Der Pottwal (Physeter macrocephalus) ist der größte Zahnwal. Er kann mehr als 20 Meter lang und bis zu 57 Tonnen schwer werden. Im Gegensatz zu den Bartenwalen ernährt er sich vor allem von Tintenfischen, die er dank einer Ultraschallortung in finsteren Meerestiefen von bis zu 1200 Metern jagen kann. Pottwale leben in allen Weltozeanen, wobei die Weibchen mit ihren Jungtieren wärmere Gefilde bevorzugen, während es Männchen häufiger in die sehr kalten Gewässer zieht. Japan deklariert seine Jagd auf Pottwale als wissenschaftliche Forschung. Der weltweite Bestand wird auf 360.000 Tiere geschätzt.

          Der Buckelwal (Megaptera novaeangliae) ist berühmt für seine Walgesänge. Keine andere Walart singt so ausdauernd und vielfältig. Die Melodien sind erkennbar aufgebaut und werden exakt wiederholt, so dass sie durchaus mit menschlichen Liedern vergleichbar sind. Das biologische Wissen über die Walgesänge ist allerdings gering. Charakteristisch für den bis zu 19 Meter langen und 30 Tonnen schweren Buckelwal sind auch die langen Flossen, die ein Drittel der Körperlänge erreichen können. Deutliche regionale Unterschiede und der unterschiedliche Besatz mit Seepocken und Kieselalgen verleihen nahezu jedem Tier ein individuelles Aussehen. Buckelwale ernähren sich von Krill und Schwarmfischen und bewohnen alle Ozeane bis zur Packeisgrenze. Japan will nach WDCS-Angaben künftig auch Buckelwale im Rahmen seines als Wissenschaft deklarierten Walfangs töten. Der weltweite Bestand wird auf 37.970 Tiere geschätzt.

          Der Grönlandwal (Balaena mysticetus) bewohnt ausschließlich die kalten Meeresregionen an der Packeisgrenze der Arktis. Er wird etwa 15 Meter lang und 60 bis 80 Tonnen schwer und hat mit mehr als vier Metern die längsten Barten aller Wale. Auch der Grönlandwal wurde mancherorts bis zur Ausrottung gejagt, noch heute werden in manchen Populationen nur noch 50 geschlechtsreife Tiere vermutet. Grönlandwale dienen den Inuits und anderen indigenen Völkern rund um die Arktis als Nahrungsquelle. Der gesamte Bestand wird auf 11.080 Tiere geschätzt.

          Weitere Themen

          Schutz für seltene Riesen Video-Seite öffnen

          Waldelefanten in Nigeria : Schutz für seltene Riesen

          Der Waldelefant, eine Art aus der Gattung der Afrikanischen Elefanten, ist in Nigeria vom Aussterben bedroht. Ranger versuchen, die Tiere zu schützen. Allerdings müssen auch die Bauern bei der Landwirtschaft unterstützt werden - ein Balanceakt.

          Topmeldungen

          Persischer Golf : Amerika meldet Abschuss iranischer Drohne

          Amerikas Präsident zufolge zerstörte die „USS Boxer“ das unbemannte Fluggerät über der Straße von Hormus, weil sie ihr zu nahe gekommen sei. Teheran entgegnet, Iran fehle keine Drohne.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.