Kaiser Trajan :
Das Phänomen des Imperiums

Lesezeit: 11 Min.
Marcus Ulpius Traianus wurde 53 n. Chr. in Rom geboren. Sein Vater stammte aus der spanischen Provinz Baetica und war Senator, Legionskommandeur sowie Statthalter in Baetica, Syria und Asia.
Vor 1900 Jahren starb der Herrscher, unter dem Rom auf dem Gipfel seiner Macht stand. Solche Reiche scheinen heute völlig aus der Mode gekommen zu sein. Oder doch nicht?

Im Spätsommer des Jahres 117 nach Christus bewegte sich ein langer Zug die Via Appia hinauf: an die sechshundert Männer in weißen Togen, dann Kolonnen von Soldaten, gefolgt von einem prächtigen Gespann. Triumphzüge hatte Rom schon oft erlebt, doch dieser war anders. Zwar zog man am Fuße des Palatin über die Via Sacra bis zum Forum Romanum. Doch dann ging es nicht wie sonst den kapitolinischen Hügel hinauf zum Tempel des Iuppiter Optimus Maximus, sondern über die Foren des Nerva und Augustus auf das enorme Trajansforum mit seiner über dreißig Meter hohen reliefverzierten Säule. Dort hielt der Wagen, aber die Gestalt darauf bewegte sich nicht. Sie war eine wächserne Statue des Mannes, dessen Asche die goldene Urne barg, die man nun im Sockel der Säule einmauerte: Imperator Caesar Divi Nervae filius Nerva Traianus Optimus Augustus Germanicus Dacicus Parthicus, verstorben am 8. August 117 im Alter von fast 64 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls auf der Rückreise von einem Feldzug gegen die Parther im Gebiet des heutigen Iraks.

Ohne Abo weiterlesen
Dies ist kein Abo. Ihre Registrierung ist komplett kostenlos, ohne versteckte Kosten.
Oder 3 Monate für 1 € pro Monat Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen erhalten und immer aktuell informiert bleiben.