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Urmenschen : War das schon Baukunst, was der Neandertaler aus den Tropfsteinen machte?

  • Aktualisiert am

Modell eines Neandertalers Bild: dpa

Der Paläoanthropologe Jacques Jaubert entdeckte mit seinem Team Erstaunliches. Handelt es sich bei seinem Fund um eine Kultstätte der Neandertaler?

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          An die 400 Teile, jedes für sich sorgfältig der Länge nach abgebrochen und mit Bedacht übereinandergestapelt - in zwei kreisförmigen Strukturen. Dazwischen: verkohlte Tierknochenreste. Ein ritueller Ort, die Anfänge einer urzeitlichen, bisher völlig unbekannten Baukunst? Was die Paläoanthropologen um Jacques Jaubert von der Universität in Bordeaux jüngst in der Zeitschrift „Nature“ zu beschreiben hatten, ist ihnen selbst bis heute nicht ganz klar. Fest steht nur: Die beiden Stalagmiten-Kreise, der eine gut zwei Meter im Durchmesser, der andere, etwas elliptischere gut 6,7 mal 4,5 Meter einnehmend, liegen in der größten Kammer der südfranzösischen Bruniquel-Höhle, knapp 336 Meter vom Eingang und nicht weit vom Fluß Aveyron, sind viel älter, als man zum Zeitpunkt der Höhlenentdeckung Anfang der neunziger Jahre mutmaßen durfte: Auf 176.000 Jahre wurden die insgesamt 2,2 Tonnen schweren Tropfstein-Bruchstücke datiert. Damals, als die Kreise in drei oder vier Lagen übereinandergestapelt wurden, war Homo sapiens noch lange nicht in diesem Teil Europas angekommen. Die Neandertaler beherrschten die Szene. Die ersten ähnlichen Bauwerke aus Knochen, die vom modernen Menschen stammen, sind erst Tausende Jahre später entstanden.

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