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Werkzeugfunde in Algerien : Kampf um die „Wiege der Menschheit“

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Ein mutmaßlich zum Werkzeug bearbeiteter Brocken aus der ostalgerischen Gebirgsregion. Bild: Mohamed Sahnouni

Ostafrika muss womöglich den Titel als Ursprungsort moderner Menschen künftig teilen. In Ostalgerien sind uralte Steinwerkzeuge entdeckt worden, die auf eine frühe Präsenz auch in Nordafrika hindeuten.

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          Archäologen haben in Algerien Steinwerkzeuge und geschnittene Tierknochen gefunden, die zwischen 1,9 Millionen und 2,4 Millionen Jahre alt sein dürften. „Die neuen Funde machen Ain Boucherit zur ältesten Stelle in Nordafrika, mit Nachweisen menschlicher Fleischverwertung in Verbindung mit Steinwerkzeugen“, heißt es in einem am Donnerstag im Magazin „Science“ veröffentlichten Bericht. Die Artefakte wurden in Sétif gefunden, etwa 300 Kilometer östlich der Hauptstadt Algier.

          Der Archäologe Mohamend Sahnouni in der Ausgrabungsstätte Ain Hanech.

          Die Werkzeuge sind den sogenannten Oldowan-Steinen ähnlich, die bisher hauptsächlich in Ostafrika gefunden wurden. Sie wurden neben dutzenden fossilen Tierknochen aus der Erde geborgen, die Schnittspuren aufwiesen. „Ostafrika gilt allgemein als Geburtsort der Nutzung von Steinwerkzeugen durch unsere menschenartigen Vorfahren“, steht in dem Bericht. Die neuen Funde suggerierten, dass es ähnlich frühe Nutzungen auch außerhalb des Ostafrikanischen Graben gegeben haben könnte.

          „Die Fundstelle ist die zweitälteste der Welt nach Gona in Äthiopien“, sagte Hauptautor Mohamed Sahouni der Nachrichtenagentur AFP. Die ältesten Artefakte dort sind bis zu 2,6 Millionen Jahre alt.

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