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Paläontologie : Spektakulärer Fund eines Flugsauriers

  • Aktualisiert am

Rekonstruierter Schädel des Pterosauriers Bild: BYU

Amerikanische Forscher haben einen erstaunlichen Fund gemacht: Sie entdeckten in Utah fossile Überreste eines schätzungsweise 200 Millionen Jahre alten Flugdrachen. Die Knochen sind erstaunlich gut erhalten.

          1 Min.

          Im Nordwesten des amerikanischen Bundesstaats Utah haben amerikanische Wissenschaftler ein besonders gut erhaltenes Skelett eines Flugsauriers entdeckt. Die fossilen Knochen sind älter als  200 Millionen Jahre und  gehörten einer Pterosaurier-Art, die die Paläontologen von der Brigham Young University in Utah Caelestiventus hanseni getauft haben.  Wie Brooks Britt und seine Kollegen in der Zeitschrift „Nature Ecology & Evolution“ schreiben, hatte das Tier eine Flügelspannweite von schätzungsweise anderthalb Metern sowie 112 Zähne. Es flog nur bei der Nahrungssuche und bewegte sich ansonsten mit seinen vier Füßen auf dem Boden, so die Forscher.

          Flugsaurier leben von der späten Trias vor 215 Millionen Jahren bis zu ihrem Aussterben am Ende der Kreidezeit  vor 66 Millionen Jahren.  „Es gibt nur wenige Fossilien von Flugsauriern aus dem Trias und  diese wurden überwiegend in Europa gefunden“, sagte der Erstautor der Veröffentlichung, Brooks Britt.

          So sah Caelestiventus hanseni wahrscheinlich aus.
          So sah Caelestiventus hanseni wahrscheinlich aus. : Bild: BYU/Michael Skrepnick

          Weltweit gibt es seinen Angaben zufolge nur etwa 30 derartige Skelette aus dem Trias-Zeitalter. Der neue Fund beinhalte intakte Knochen und Zähne sowie Schädelteile. Nur wenige Überreste von Flugsauriers seien so gut erhalten.

          Eine weitere Besonderheit: Caelestiventus hanseni lebte offenkundig anders als die meisten anderen Flugsaurier nicht in der Nähe des Meeres oder eines Flusses. Stattdessen siedelte er in einer ausgedehnten Sandwüste. In der späten Trias war dieses Gebiet Nordamerikas von einem Sandmeer bedeckt, das sich über rund zwei Millionen Quadratkilometer erstreckte, so die Paläontologen um Britt.

          Ein Großteil des Skeletts ist noch von Sandstein umschlossen. Die Wissenschaftler konnten aber anhand von CT-Aufnahmen  und einem 3D-Drucker  Modelle der einzelnen Skelettteile anfertigen. Aus der Beschaffenheit des Unterkiefers wollen die amerikanischen Paläontologen etwa Informationen auf die Lebensweise des Flugsauriers gewinnen.

          Der gute Erhaltungszustand des Schädelknochens lieferte den Forschern bereits erste Erkenntnisse über Gehirn und die Wahrnehmung des Flugsauriers. Danach besaß Caelestiventus hanseni wahrscheinlich einen gut ausgeprägten Sehsinn, konnte dafür aber wohl nur schlecht riechen, vermuten die Forscher um Britt.

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