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Ägyptische Archäologie : Der Pharao in der Oper

Herr der Steine: Zahi Hawass an der Pyramide des Pharao Sahure in Abusir. Bild: Norbert Miguletz

Ernsthafte Forschung, hemmungslose Selbstdarstellung: Eine Begegnung mit dem Ägyptologen Zahi Hawass

          6 Min.

          Er ist von weitem zu erkennen. Der kurze, schlohweiße Haarschopf, die wie herausgewittert wirkenden Gesichtszüge, die nicht hünenhafte, aber raumgreifende Statur. Energisch schreitet er durch die Lobby des Berliner Hotels auf den Wartenden zu. Zahi Hawass, der vielleicht bekannteste Archäologe und berühmteste lebende Ägypter, weiß, wo es langgeht. „Er ist ein wunderbarer Schauspieler“, hat Omar Sharif einmal über Hawass gesagt. Er wirkt überhaupt nicht so. Ob das gerade zeigt, wie gut er ist?

          Ulf von Rauchhaupt
          Redakteur im Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Mit einem knappen „Hello“ und ohne weitere Vorstellungsformeln abzuwarten setzt er sich auf die Kante des Sessels, als wolle er jederzeit wieder aufspringen können. Der Mann ist jetzt 75. Seine langjährige Funktion als Leiter der ägyptischen Altertümerbehörde, kurzzeitig im Ministerrang, bekleidet er seit 2011 nicht mehr – eine Folge der damaligen politischen Unruhen in seinem Land. Dafür tritt er seither noch häufiger als zuvor schon in Fernsehdokumentationen auf oder hält Vorträge in aller Welt, um für die antiken Attraktionen seiner Heimat zu werben. So wie er es an diesem Julitag in Berlin tun wird, wenige Stunden nach unserem Treffen. In seinem Vortrag werde es also um Tutanchamun gehen, beginnen wir. Die Entdeckung seines weltberühmten Grabes durch den Briten Howard Carter jährt sich schließlich im November zum hundertsten Mal. Außerdem werde Hawass über neue Funde in Saqqara sprechen, der größten Nekropole des Pharaonenreiches – und über die „Verlorene Goldene Stadt“.

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