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Archäogenetik : Multikulti schon in der Steinzeit

  • -Aktualisiert am

Schnurkeramisches Frauenskelett mit Perlmuttscheiben und Wolfszähnen geschmückt aus Karsdorf in Sachsen-Anhalt Bild: Ullstein

Europa wurde schon früh durch Einwanderer aus Anatolien und der Schnurkeramik-Kultur biologisch bereichert. Neue Gendaten aus Zähnen und Knochen dokumentieren, welche Rolle Steppenbewohner aus dem Osten spielten.

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          Die Geschichte des modernen Menschen ist eine große Mi­grationsgeschichte. Von Afrika aus ist der Homo sapiens zunächst über den Nahen Osten und das südliche Asien bis nach Australien vorgedrungen. Mitten in der letzten Kaltzeit verdrängte er dann in Europa den alteingesessenen Neandertaler. Dass Homo sapiens und Homo neanderthalensis miteinander gelegentlich auch Nachwuchs gezeugt haben, verraten DNA-Fragmente aus Knochen des Neandertalers: Sogar im Erbgut der heutigen Europäer hat diese längst ausgestorbene Menschenspezies noch eindeutige Spuren hinterlassen, wenngleich nur geringe.

          Nach dem Ende des Eiszeitalters wurde Europas Bevölkerung durch zwei markante Zuwanderungswellen geprägt. Die erste begann im siebten Jahrtausend vor Christus, als sich Landwirte aus Anatolien auf die Suche nach neuen Siedlungsgebieten machten. Mit Vieh und Saatgut unterwegs, brachten sie Technologien der Jungsteinzeit nach Europa. Anfang des dritten Jahrtausends vor Christus kamen dann Vertreter der Schnurkeramik-Kultur aus Steppengebieten im Osten. Dass die Einwanderer jeweils nicht nur kulturellen Fortschritt mitbrachten, sondern die europäische Bevölkerung auch genetisch tiefgreifend verändert haben, bezeugen Analysen von prähistorischer DNA.

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