https://www.faz.net/aktuell/wissen/archaeogenetik-dna-analysen-zeigen-wie-einwanderer-europa-bereicherten-17659137.html

Archäogenetik : Multikulti schon in der Steinzeit

  • -Aktualisiert am

Schnurkeramisches Frauenskelett mit Perlmuttscheiben und Wolfszähnen geschmückt aus Karsdorf in Sachsen-Anhalt Bild: Ullstein

Europa wurde schon früh durch Einwanderer aus Anatolien und der Schnurkeramik-Kultur biologisch bereichert. Neue Gendaten aus Zähnen und Knochen dokumentieren, welche Rolle Steppenbewohner aus dem Osten spielten.

          3 Min.

          Die Geschichte des modernen Menschen ist eine große Mi­grationsgeschichte. Von Afrika aus ist der Homo sapiens zunächst über den Nahen Osten und das südliche Asien bis nach Australien vorgedrungen. Mitten in der letzten Kaltzeit verdrängte er dann in Europa den alteingesessenen Neandertaler. Dass Homo sapiens und Homo neanderthalensis miteinander gelegentlich auch Nachwuchs gezeugt haben, verraten DNA-Fragmente aus Knochen des Neandertalers: Sogar im Erbgut der heutigen Europäer hat diese längst ausgestorbene Menschenspezies noch eindeutige Spuren hinterlassen, wenngleich nur geringe.

          Nach dem Ende des Eiszeitalters wurde Europas Bevölkerung durch zwei markante Zuwanderungswellen geprägt. Die erste begann im siebten Jahrtausend vor Christus, als sich Landwirte aus Anatolien auf die Suche nach neuen Siedlungsgebieten machten. Mit Vieh und Saatgut unterwegs, brachten sie Technologien der Jungsteinzeit nach Europa. Anfang des dritten Jahrtausends vor Christus kamen dann Vertreter der Schnurkeramik-Kultur aus Steppengebieten im Osten. Dass die Einwanderer jeweils nicht nur kulturellen Fortschritt mitbrachten, sondern die europäische Bevölkerung auch genetisch tiefgreifend verändert haben, bezeugen Analysen von prähistorischer DNA.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Hamburg: Ein Airbus-Transportflugzeug vom Typ Beluga fliegt im Landeanflug auf das Werksgelände in Finkenwerder über ein riesiges Containerschiff.

          Milliardär Gianluigi Aponte : Das Meer ist nicht genug

          Gianluigi Aponte, Gründer des Weltmarktführers MSC, greift mit der Lufthansa nach dem Nachfolger der Airline Alitalia. Nicht nur in der Seefahrt hat er seine Finger im Spiel. Wer ist der diskrete Milliardär?

          VW Polo im Fahrbericht : Sturm vor der Ruhe

          Der Polo ist so klassenlos wie der Golf. Wer sich für ihn entscheidet, fährt einen soliden Kleinwagen mit großem Talent. Volkswagen frischt ihn jetzt wieder auf. Womöglich zum letzten Mal.