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Ansari-X-Preis : Private Rakete bei Rekordversuch explodiert

  • Aktualisiert am

Die Rakete Rubicon macht ihrem Namen Ehre Bild: AP

Zum Glück war nur eine Puppe an Bord, als zwei junge Ingenieure ihre Rakete „Rubicon“ gen Orbit schossen und sie dabei explodierte. Die beiden Amerikaner wollen die zehn Millionen Dollar des Ansari-X-Preises gewinnen.

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          Der Traum vom 10-Millionen-Preis für eine Pioniertat in der privaten Raumfahrt ist für zwei 26jährige Ingenieure aus dem amerikanischen Bundesstaat Washington in Flammen aufgegangen. Bereits beim Start explodierte ein Triebwerk ihrer unbemannten, sieben Meter langen Rakete „Rubikon 1“. Die Rakete sei zwar noch wenige hundert Meter in die Luft geflogen, aber dann endgültig in alle Einzelteile zerfallen.

          Das zweite Triebwerk sei wie ein brennender Stab in den Pazifischen Ozean abgestürzt. Der Kopf der Testpuppe wurde wenige Minuten später als einziges übrig gebliebene Stück der Rakete an den Strand gespült worden. Die beiden Ingenieure Phillip Storm und Eric Meier wollten am Rennen um den mit zehn Millionen Dollar (8,3 Millionen Euro) dotierten „Ansari-X-Preis“ für einen Flug bis 100 Kilometer Höhe teilnehmen. Um den Preis bewerben sich insgesamt 26 Teams aus 7 Ländern.

          Die Puppe wird nicht nochmal fliegen wollen

          Ungeachtet des Mißerfolgs wollen die beiden Amerikaner weitermachen. „Die Testpuppe wird wahrscheinlich nicht noch einmal fliegen wollen, aber wir versuchen es noch einmal“, sagte Storm. Beide Ingenieure haben nach eigenen Angaben noch eine zweite, rund 18.000 Euro teure Rakete, die sie im kommenden Monat starten wollen.

          Als Favorit im Rennen um die Millionenprämie gilt bislang das Raketenflugzeug „SpaceShipOne“. Es hatte am 21. Juni als erstes privat finanziertes Raumflugzeug eine Höhe von rund 100,1 Kilometern erreicht und damit am Rand des Orbits gekratzt. Hinter dem Projekt stehen der Luftfahrtpionier Burt Rutan (60) und der Milliardär und Microsoft-Mitbegründer Paul Allen (51). Beiden schwebt vor, innerhalb von zehn Jahren abenteuerlustigen Weltraumtouristen Flüge zum Preis einer Luxuskreuzfahrt anzubieten.

          An Bord: Ein Pilot und viel Gepäck

          Das kanadische „Da Vinci Project Team“ stellte am Donnerstag vergangener Woche in Toronto sein Raketenflugzeug „Wild Fire Mark VI“ vor. Das Raketenflugzeug soll von dem weltgrößten wiederverwendbaren Helium-Ballon in eine Höhe von 24,4 Kilometern gehoben werden und von dort aus starten. Als Termin ist der 2. Oktober vorgesehen.

          Die Regeln für den im Mai 1996 von den Stiftern ausgelobten Preis sehen vor, daß bis Januar kommenden Jahres ein privates Raumflugzeug innerhalb von zwei Wochen zwei Mal bis in eine Höhe von 100 Kilometern an den Rand des Orbits fliegen muß. An Bord des Flugkörpers soll nicht nur ein Pilot sein, sondern auch das Äquivalent des Gewichts von zwei Passagieren und deren Ausrüstung.

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