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Alles im grünen Bereich : Nichts für die Katz

Bild: Charlotte Wagner

Über Kinder im Garten ist schon viel geschrieben worden. Auch über Hunde. Über Katzen noch nicht so viel.

          Vielleicht liegt es daran, dass Katzen keine besondere Beziehung zum Garten haben. Für sie stellt er Garten im Wesentlichen nichts als ein Hindernis dar, das es auf dem Weg ins Freie zu überwinden gilt. Der Nachbarskater jedenfalls nimmt die Direttissima, wobei er die Treppe den Hang hinauf eher unelegant bewältigt. Stufen sind nicht sein Ding. Manchmal beäugt er diese auch nur voller Misstrauen, ob da nicht ein Konkurrent unterwegs ist, der ihm in die Quere kommen könnte. Die Wege der Katzen sind unergründlich, aber nie exklusiv, sie müssen sie sich teilen. Dabei scheinen sie Absprachen darüber zu treffen, wer zu welcher Zeit an der Reihe ist; wenn sich eine nicht daran hält, gibt es Gefauche und nicht selten Prügel.

          Wie egal ich und mein Garten ihm sind, hat Nachbars Kater demonstriert, als er mich zum ersten und einzigen Mal auf meinem Grundstück droben in den Wiesen besucht hat. Den Maschendrahtzaun übersprang er mühelos, stolzierte, ohne mich eines Blickes zu würdigen, an mir vorbei und verschwand auf der anderen Seite im Dickicht. Das sollte wohl heißen: Ich könnte, wenn ich wollte, aber hier ist ja nichts von Interesse.

          Von Interesse im Garten sind für Katzen allenfalls Sandkisten oder frisch geharkte Stellen, wo sie sich hinhocken und anschließend ein bisschen mit den Pfoten scharren können. Beachtung finden außerdem noch Futterhäuschen und Vogelnester. Aber das wahre Leben beginnt für die Stubentiger erst jenseits aller Zäune. Was sie dort machen, ist schwer zu sagen.

          Der Wald lässt die Katze vollkommen kalt

          Die Freiburger Wildbiologinnen Sabrina Streif und Carolin Greiner haben zwei Dutzend Hauskatzen aus der Gegend um Breisach mit GPS-Sendern bestückt und ihre Streifzüge aufgezeichnet. Der Rekordhalter, ein unkastrierter Kater, legte in einer Nacht zehn Kilometer entlang einer Schnellstraße zurück. Andere Tiere beschränkten ihre Pirsch auf die Nachbarschaft. Keines aber ging in den Wald.

          Ob sich das verallgemeinern lässt, muss noch untersucht werden. Immerhin streifen in den heimischen Wäldern seit einiger Zeit wieder deutlich mehr Wildkatzen herum, die im Zweifelsfall nicht abgeneigt sind, sich mit einer Hauskatze zu paaren. Dabei kommen sogenannte Blendlinge heraus, die den natürlichen Genpool durcheinanderbringen. Anderswo ist das bereits geschehen, Untersuchungen in Schottland haben gezeigt, dass es dort praktisch keine echten Wildkatzen mehr gibt, die Population besteht nur noch aus Mischlingen.

          In Deutschland scheint das bislang nicht der Fall zu sein. Mitarbeiter vom Senckenberg Forschungsinstitut für Wildtiergenetik haben mehr als tausend Proben aus allen Teilen des Landes unter die Lupe genommen, nur in 37 davon fanden sie Hinweise auf einen Fehltritt. Das ist einerseits erstaunlich, weil hierzulande zehn Millionen Hauskatzen auf schätzungsweise zehntausend Wildkatzen kommen; Gelegenheiten zur Paarung gäbe es also genug. Haarfunde zeigen, dass es durchaus zu Begegnungen kommt. Aber nur ganz am Rande. Die Hauskatze scheint den Wald genauso strikt zu meiden wie die Wildkatze den menschlichen Siedlungsbereich. Beide werden ihre Gründe dafür haben.

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