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Sars-CoV-2 in Aerosolen : Was wissen wir über die Ansteckung in Räumen?

Probanden eines Großversuchs der Universitätsmedizin Halle/Saale sitzen in der Arena Leipzig. Bild: dpa

Das Ansteckungsrisiko nimmt zu, soviel ist klar. Aber warum eigentlich steckt man sich in der kalten Zeit eher an? Aerosolforscher haben mit Gerüchten aufgeräumt und die Fakten sortiert – und treten dabei auch der Weltgesundheitsorganisation auf die Füße.

          7 Min.

          Die Politik braucht es, die Wissenschaft will es auch: mehr Einsicht und Klarheit über Ansteckungsrisiken in der Pandemie, und zwar auch, wenn es um längst geläufige Dinge geht wie die Wirkung von Masken, Abstand und Hygiene. Was schützt mich und was andere? Was ist Unsinn, und was ist bloß Gerücht? Eine internationale Gruppe von Aerosolforschern und Ingenieuren, teilweise selbst in der Covid-19-Forschung aktiv, hat sich zusammengefunden und in einem bemerkenswerten Papier, das online in sehr vielen unterschiedlichen Sprachen verfügbar ist, die drängendsten Fragen zur Coronavirus-Übertragung aufgegriffen. Die Antworten enthalten einige Überraschungen. Sie rücken nämlich auch viele der in sozialen Netzen und selbst von Gesundheitsbehörden wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verbreiteten Botschaften in ein anderes Licht. Das betrifft speziell die Frage der Übertragung durch Aerosole und damit einen der wichtigsten Aspekte der Virenübertragung in Innenräumen in der kalten Jahreszeit.

          Joachim Müller-Jung
          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Lange galt die Aerosol-Übertragung als fraglich, von der Nationalen Gesundheitskommission in Peking war sie schon vor einem halben Jahr explizit erwähnt worden. Doch viele Wissenschaftler rund um die Welt, auch die WHO und die amerikanische Gesundheitsbehörde (Center for Disease Control and Prevention), sind trotz zahlreicher Beobachtungsstudien und experimenteller Belege offenbar noch immer nicht hundertprozentig überzeugt, dass die Ansteckung durch unsichtbare, virushaltige Partikeln aus dem Atemtrakt von Infizierten in vielen Fällen – etwa den entscheidenden „Superspreader“-Ereignissen – die wichtigste Ansteckungsquelle für Sars-CoV-2 überhaupt ist. Die Folge: Regelmäßig hagelt es heftige Debatten im Netz, die die Konfusion oft nur noch vergrößern.   

          In dem gemeinsamen Dokument der Aerosolexperten, das als Fragekatalog angelegt ist, wird in der Hinsicht vieles geradegerückt.  Ausgangspunkt sind jeweils die vorliegenden wissenschaftlichen Evidenzen. Wer wissen will, warum Innenräume und erst recht ungelüftete, beheizte Innenräume, und Menschenmengen in den nächsten Wochen und Monaten noch viel mehr zum Problem werden könnten, findet hier Antworten, denen neueste (und einige sehr alte, gültige) Forschungsergebnisse zugrunde liegen.

          Wir haben einige Fragen zusammengefasst:

          Warum sind Aerosole plötzlich so wichtig für die Übertragung von Sars-CoV-2?

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