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Abschied von „Rosetta“ : Schön war die Zeit

Trauriger Abschied von einer langjähriger Gefährtin: das Ende der Rosetta-Mission Bild: Sergi Ferrete

Es war der bewegende Abschied von einer alten Gefährtin. Nach über zwölf Jahren im Dienst gab die Raumsonde „Rosetta“ ihr letztes Signal von sich. Über das Ende des beliebtesten Raumfahrt-Abenteuers der jüngsten Zeit.

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          Danke, Erde! Lebt wohl.“ Das waren die letzten Worte, die wir von der Comicfigur „Rosetta“ auf dem Nachrichtenkanal „Twitter“ am vergangenen Freitagmittag lesen konnten. Kurz darauf setzte die europäische Kometensonde - nach ihrem finalen Sturz aus mehreren Kilometern Höhe - auf der Oberfläche von 67P auf und verstummte. Ob sie tatsächlich in der zuvor als Ziel anvisierten Grube auf dem Kopf des Schweifsterns gelandet ist oder nochmals von der harten Kometenoberfläche abprallte, um ganz woanders niederzugehen, wissen wir nicht. Und es gibt auch keinen, der hätte nachsehen können, ob sie ihre letzte Ruhestätte in der Nähe ihres Landers „Philae“ gefunden hat, den sie vor zwei Jahren auf Tschuri abgesetzt hatte. Das letzte Lebenszeichen von Rosetta aus 720 Millionen Kilometer Entfernung war eine Nahaufnahme des Kometen, die sie via Twitter verbreitete.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Einigen der sonst so nüchternen Wissenschaftler und Flugingenieure im Darmstädter Satellitenkontrollzentrum Esoc, die alle Manöver von Rosetta seit ihrem Start im März 2004 steuerten, war zum Heulen zumute, als sie sahen, wie das vertraute Funksignal auf den Monitoren endgültig erlosch. Man wird sich nur schwer daran gewöhnen, dass es nun keine aktuellen Twitter-Botschaften und Fotos mehr vom Kometen 67P geben wird, an dessen Entchen-Gestalt wir uns in den vergangenen zwei Jahren so sehr gewöhnt haben. Der Weltraum war mit Rosettas Abenteuer ein Stück näher und ist nun wieder einsamer geworden. Glücklicherweise, könnte man einwenden, haben wir ja noch den amerikanischen Marsrover „Curiosity“ der Nasa, der seit 2012 auf dem Roten Planeten kurvt, Fotos schießt und uns ebenfalls auf Twitter über seine Aktivitäten auf dem Laufenden hält.

          Für uns Europäer ist das nur ein schwacher Trost. Denn tatsächlich zählt Rosetta zu den beliebtesten und bekanntesten Raumfahrt-Abenteuern der jüngsten Zeit, wie eine repräsentative europäische Umfrage der Esa kürzlich ergeben hat. Europas Raumfahrer haben es mit ihrer Strategie der sozialen Vernetzung nach der Astronauten-Hausse ein weiteres Mal geschafft, nicht nur das Interesse der Bevölkerung an Rosetta & Co über Jahre wachzuhalten, sondern auch Identifikation zu erzeugen. Lang genug musste uns die amerikanische Dominanz im All beschäftigen.

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