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Luftverschmutzung : 93 Prozent der Kinder atmen gefährlich viel Feinstaub

Bild: picture-alliance/dpa/Imaginechina/L. Gang

Bedrückende Zahlen von der Weltgesundheitsorganisation und der Europäischen Umweltagentur: Schlechte Luft ist für Abermillionen Kinder lebensbedrohlich – und zeichnet sie fürs Leben. Eine „globale Gesundheitskrise“, warnt die WHO.

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          Die Weltgesundheitsorganisation ist in ihrem neuen Bericht zur Kindergesundheit alarmiert, und auch die Europäische Umweltagentur veröffentlicht beunruhigende aktuelle Zahlen zur Luftverschmutzung: Hohe Konzentrationen, in vielen Gegenden auch weiter steigende Mengen an Feinstaub, Stickoxyde und Ozon in der Luft sind demnach für Abermillionen frühzeitige – und damit fast immer auch überflüssige – Todesfälle verantwortlich. Vor allem die mikroskopisch kleinen und deshalb auch unsichtbaren, aber extrem gesundheitsgefährdenden Feinstaubpartikel verpesten die Luft in Städten und in Innenräumen, und davon ist auch Europa nicht ausgenommen.

          Joachim Müller-Jung
          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Die Europäische Umweltagentur erwähnt in ihrem neuen Jahresbericht 2018 zur „Lage der europäischen Luftqualität“ zwar auch Verbesserungen, die seit den neunziger Jahren regional durch Umweltrichtlinien sowohl im Verkehrssektor, in der Landwirtschaft, Industrie und der Energiegewinnung zu einer Halbierung der Schadstoff-Konzentrationen geführt haben. Aber immer noch würden in 41 europäischen Ländern allein die hochfeinen Feinstaubpartikel, sogenannte PM2,5-Partikeln mit einer Größe unterhalb zweieinhalbtausendstel Millimeter, wie sie etwa durch Reifenabtrieb auf der Straße entstehen, zu schätzungsweise 422.000 frühzeitigen Todesfällen führen. 391.000 Todesfälle davon werden den 28 EU-Mitgliedstaaten zugerechnet. Grundlage für die Berechnungen der EEA-Wissenschaftler sind epidemiologische Studien und die Datenanalysen von etwas mehr als 2500 Messstationen quer über Europa. Der EEA-Bericht richtet dabei sein Augenmerk  vor allem auf die in Städten zunehmenden Verkehrsemissionen, die „oft noch viel gefährlicher sind als jene aus anderen Quellen, weil diese Kontamination in Bodennähe und damit unmittelbar auf Höhe der Menschen stattfindet“.

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