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Hubble im All : Die ersten drei Minuten

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„Ultra Deep Field”: Aufnahme des Hubble Teleskops aus dem Jahr 2004 Bild: AP

Im Jahr 1990 begann das Weltraumteleskop Hubble mit der Durchmusterung des Himmels. Nie zuvor hat der Mensch so weit ins Universum geblickt und damit zugleich auf dessen Entstehung zurückgeschaut.

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          Im ersten Semester meines Physik-Studiums las ich Steven Weinbergs bekanntes Buch „Die ersten drei Minuten“ und war davon mehr fasziniert, als vom Inhalt mancher Vorlesung. Meine Interesse am frühen Universum war geweckt worden. Die Neugierde wuchs, als das Weltraumteleskop Hubble 1990 mit der Durchmusterung des Himmels begann.

          Nie zuvor hat der Mensch so weit ins Universum geblickt und damit zugleich auf dessen Entstehung zurückgeschaut. Für die berühmte Aufnahme des „Hubble Deep Field“ wurde das Teleskop im Dezember 1995 zehn Tage lang auf einen vorher sorgfältig ausgewählten Abschnitt des Himmels gerichtet.

          Als die ersten Sterne und Galaxien entstanden

          Aus 342 Einzelbildern, die in unterschiedlichen Wellenlängenbereichen vom nahen Infrarot bis zu ultravioletten Spektralbereich aufgenommen wurden, ist Dank moderner Datenverarbeitung ein zusammengesetztes Bild entstanden, auf dem mehr als 3000 Galaxien klar zu erkennen sind.

          Das Spektrum der meisten Galaxien weist eine starke Rotverschiebung auf, die darauf schließen lässt, dass sie vor vielen Milliarden Jahren entstanden waren. Die jüngsten Galaxien hatten ihr Licht etwa 1,7 Milliarden Jahre nach dem Urknall, also vor zwölf Milliarden Lichtjahren, ausgesandt. Im Jahr 2004 kam die Hubble-Mission „Ultra Deep Field“ durch eine längere Beobachtungszeit noch dichter an den Urknall heran, bis zu dem Zeitpunkt, als die ersten Sterne und Galaxien entstanden waren und ihr Licht die zuvor herrschende Finsternis erhellte.

          Bilder von beeindruckender Schönheit

          Warum das Universum weitaus schneller expandiert als bisher angenommen, ist eines der ungelösten Rätsel, die sich aus den Hubble Missionen ergeben haben. Die Frage, ob dahinter tatsächlich eine ominöse dunkle Energie steckt, wie vermutet, wird vielleicht der Nachfolger von Hubble eines Tages beantworten helfen. Doch schon jetzt bereichert uns Hubble mit Bildern von beeindruckender Schönheit.

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