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Staatsbürgerschaftshandel : Goldene Pässe für Superreiche

Ein Reisepass aus Malta (hier von unserem Illustrator verfremdet) ist manchen Investoren viel Geld wert. Bild: Illustration Dmitri Broido

EU-Länder wie Zypern und Malta verkaufen ihre Staatsbürgerschaft gegen teures Geld. Ist das in Ordnung? Christian Kaelin, der als „König der Pässe“ bekannt ist, verteidigt das Geschäftsmodell.

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          Es ist nicht bekannt, ob Eric Schmidt, der frühere Vorstandsvorsitzende von Google, eine besondere Beziehung zur Mittelmeerinsel Zypern hat. Bekannt ist allerdings, dass der Amerikaner Schmidt laut Berichten verschiedener Medien auf dem besten Wege ist, zusätzlich auch noch Zyprer zu werden. Schmidt hat sich nach allem, was man hört, die Staatsbürgerschaft des kleinen Inselstaates gekauft. Richtig gelesen: In Zypern ist das möglich.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Citizenship-by-Investment“ nennt sich der Vorgang vornehm, für den man allerdings eine Menge Geld benötigt. Eine Investition von 2,5 Millionen Euro in Zypern ist eine der Voraussetzungen, eine Summe, die sich nur Wohlhabende leisten können. Ein gutes Geschäft für Zypern – und ein moralisches Unding, wenn man die Gegner solcher Programme fragt. „Europäische Werte sind keine Ware“, hat beispielsweise EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen von oberster Stelle verlauten lassen und sogar ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Zypern auf den Weg gebracht.

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