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Debatte um geistiges Eigentum : Keine Patente – keine Forschung

Die Menarini-Produktion beschränkte sich lange auf Generika. Bild: Menarini

Der italienische Ministerpräsident Mario Draghi äußert sich bei der Diskussion um die Impfpatente zurückhaltend. Das Beispiel seines Landes zeigt eindrücklich, wie Forschung und Patentschutz zusammenhängen.

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          Das Grundprinzip für die italienische Pharmabranche war für 120 Jahre sehr einfach: Es gab weder Patente noch Forschung. Für das Pharmaunternehmen Menarini mit Sitz in Florenz – seit Jahren das größte italienische der Branche und nach Umsatz auf Platz 15 in Europa – lässt sich dieses Prinzip ganz einfach nachvollziehen. Bevor die Patente auf Medikamente eingeführt wurden, gab es dort ganze 11 Mitarbeiter in der Forschung. Inzwischen sind 915 der 17.650 Mitarbeiter von Menarini in der Forschung tätig, an zehn Standorten in fünf Ländern, darunter auch in Berlin.

          Tobias Piller
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Heute ist diese Geschichte lehrreicher denn je. In der aktuellen Diskussion um die vom amerikanischen Präsidenten Joe Biden geforderte Aufhebung der Patente auf den Corona-Impfstoff kommentiert Italiens Verband der Pharmaindustrie: „Die Impfstoffe gegen Covid-19 standen so schnell zur Verfügung auch wegen des geistigen Eigentums.“ So heißt es in einer Mitteilung von Farmindustria. Die Impfstoffe hätte es nicht gegeben „ohne den Ansporn der Patente auf Forschung und Produktion“.

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