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: Zur Sache

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Was ist nach einer Kündigung wichtiger - die höhere Abfindung oder eine neue Stelle?Gekündigte, die einen neuen Job gefunden haben und denen man diese Frage im nachhinein stellt, geben in der Regel die richtige Antwort: der neue Job.

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          Was ist nach einer Kündigung wichtiger - die höhere Abfindung oder eine neue Stelle?

          Gekündigte, die einen neuen Job gefunden haben und denen man diese Frage im nachhinein stellt, geben in der Regel die richtige Antwort: der neue Job. Doch im Moment der Kündigung schielen viele zunächst nach dem Geld. Alles Denken konzentriert sich auf die Höhe der Abfindung und nicht auf den neuen Job. Immer wieder tappen Mitarbeiter und Unternehmen in die Falle, wenn es um die hohe Abfindung geht. Geld lindert vermeintlich den Trennungsschmerz, und das Unternehmen ist um ein Problem leichter. Selbstverständlich nur vordergründig. Denn in Wirklichkeit kostet eine hohe Abfindung für die Unternehmen Geld, und für den Mitarbeiter bedeutet sie noch lange keinen neuen Job. Wir empfehlen Unternehmen und Mitarbeitern statt dessen, in das Trennungspaket eine professionelle Beratung zur beruflichen Neuorientierung (Outplacement) durch einen externen Partner mit aufzunehmen. Idealerweise sollte bei einer Abfindung der steuerfreie Sockelbetrag ausgenutzt und ein Teil der Abfindung dazu genutzt werden, um die Restlaufzeit des Vertrages deutlich zu verlängern. Dies ist deshalb so wichtig, weil sich die Suchzeiten auch mit Hilfe der Outplacement-Beratung in den letzten drei Jahren aufgrund der schlechten Arbeitsmarktsituation deutlich verlängert haben. Was die Outplacement-Beratung erreichen will, ist, daß der Klient erst gar nicht in die Arbeitslosigkeit fällt. Da die Kündigungszeiten aber immer kürzer werden - die Unternehmen wollen sich nicht mehr so lange binden -, sollte die Abfindung zur Vertragsverlängerung hinzugezogen werden. Damit der Mitarbeiter in der schwierigen Arbeitsmarktsituation seine ganze Energie und Zeit in die berufliche Neuorientierung stecken kann, empfiehlt es sich für die Unternehmen in der Regel auch, den Mitarbeiter möglichst bald von seiner Arbeitsleistung freizustellen. Dies kommt dem Unternehmen zugute, weil es bei Einschalten einer Outplacement-Beratung davon ausgehen kann, daß der Mitarbeiter schneller einen neuen Job findet und damit das Unternehmen auch schneller verlassen wird. Findet der Mitarbeiter noch vor Ablauf des verlängerten Vertrages einen neuen Job, sollte er für jeden Monat, den er schneller aus dem Vertrag entlassen wird, einen Betrag quasi als Aufstockung seiner Abfindung zurückerhalten. Der so beschriebene Weg ist der eindeutig intelligentere, weil er eine Win-win-Situation für beide Seiten, Unternehmen und Mitarbeiter, schafft. Das Unternehmen kann sich vom Mitarbeiter schneller trennen, Rechtsstreitigkeiten können vermieden werden, die Motivation der verbleibenden Mitarbeiter bleibt erhalten, ein Imageschaden kann verhindert werden. Für die Mitarbeiter kommt es in erster Linie nicht auf die materielle Versorgung an, sondern darauf, daß sie möglichst schnell wieder eine neue Aufgabe finden, um sich materiell selbst versorgen zu können. Wichtiger ist doch der neue Job, das Gefühl gebraucht zu werden, gefragt zu sein, einen neuen Arbeitsplatz zu haben. Das Ziel von Aufhebungsverträgen, eine hohe Abfindung auszuhandeln, ist sicherlich in der Vergangenheit auch durch die hier involvierten Arbeitsrechtler vorangetrieben worden. Dies wohl deshalb, weil viele den Erfolg und die Qualität des eingesetzten Arbeitsrechtlers allein von der Höhe der erstrittenen Abfindung abhängig machten.

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