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Hoher CO2-Ausstoß : Der Flugverkehr im Visier von Klimaschützern

Bald rationiert? Der Grünen-Abgeordnete Janecek will der „Lust-Vielfliegerei“ ein Ende machen. Bild: Reuters

Seit Jahren steigt der CO2-Ausstoß mit der Zunahme des Luftverkehrs rapide weiter. Darf jeder Deutsche demnächst nur noch drei Fernreisen im Jahr machen?

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          Schüler, die Freitags statt in den Unterricht auf Demos für mehr Klimaschutz gehen, haben seit Ende vergangener Woche auch den Segen des Bundespräsidenten. Im holsteinischen Neumünster war Frank-Walter Steinmeier voll des Lobes für die Proteste. Doch die symbolträchtige Ehrerbietung von höchster Stelle hatte einen Schönheitsfehler: Steinmeier reiste mit dem Flugzeug an. Also jenem Verkehrsmittel, dass je Kilometer um Längen mehr Treibhausgase ausstößt als Auto, Zug und Bus. Hätte der Bundespräsident die knapp 350 Kilometer zwischen Berlin und Neumünster und zurück statt mit dem Flieger mit dem ICE zurückgelegt, hätte er statt weit mehr als 100 Kilogramm CO2 nur eine niedrige zweistellige Summe ausgestoßen.

          Niklas Záboji

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Seit Jahren geht die Zunahme des Luftverkehrs mit einem steigenden CO2-Ausstoß einher. Zwar entfallen derzeit nur 2 bis 3 Prozent der globalen Emissionen auf das Fliegen, doch Kritiker warnen vor den hohen Zuwächsen. Ein Plus von jährlich 5 Prozent sei eine „Wahnsinnserhöhung“, die es nicht einmal im Straßenverkehr gebe, sagt ein Sprecher des Umweltbundesamtes (UBA). Vor allem werde mehr geflogen, weil es billig sei, obwohl es „in dem Umfang nicht für das Menschenglück notwendig“ sei. Tatsächlich werden bei einer Urlaubsreise nach Thailand 5000 Kilogramm CO2 fällig, rechnet das Portal Atmosfair vor. Das ist mehr als die Hälfte dessen, was ein durchschnittlicher Deutscher im Jahr insgesamt in die Atmosphäre bläst.

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