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Wegen Arbeit und Bildung : Deutschland ist das beste Land, um jung zu sein

In Sachen Bildung ist Deutschland laut der Studie besonders gut aufgestellt. Bild: dpa

Eine Studie aus Großbritannien vergleicht die Zukunftsperspektiven junger Menschen auf der ganzen Welt. And the winner is: Deutschland. Global betrachtet, sieht es aber eher düster aus.

          2 Min.

          Es ist eine ziemlich gute Nachricht: Nirgendwo auf der Welt haben junge Menschen bessere Zukunftschancen als in Deutschland. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer breit angelegten Untersuchung der britischen Regierung. Das Londoner Sekretariat des Staatenverbunds Commonwealth hat dafür die Lebensverhältnisse von jungen Leuten im Alter 15 bis 29 Jahren rund um den Globus verglichen. Sie untersuchten insgesamt 183 Länder.

          Marcus Theurer
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Analysiert wurden die Zukunftsperspektiven anhand von 18 Indikatoren, die fünf übergeordnete Themen abbilden sollen: Jobchancen, Bildung, Gesundheit, politische Beteiligung und Bürgerengagement. Die Experten orientieren sich bei ihrem „Jugendentwicklungs-Index“ an der Methodik der Vereinten Nationen.

          China nur auf Platz 118

          Besonders stark schneidet Deutschland in der Untersuchung bei der politischen Beteiligung junger Menschen, bei den Beschäftigungschancen und in der Bildung ab. Auch andere europäische Staaten wie Dänemark, die Schweiz und Großbritannien bieten jungen Menschen demnach mit die besten Zukunftschancen auf der Welt: Unter den zehn bestplatzierten Staaten sind neben Deutschland sieben weitere aus Europa. Zum Vergleich: Die Vereinigten Staaten landen lediglich auf Platz 23, China nur auf Platz 118.

          Am düstersten sehen dagegen die Lebenschancen junger Menschen im südlichen Afrika aus. Trotz Fortschritten sind die zehn am schlechtesten platzierten Staaten allesamt aus dieser Region. Die Vereinten Nationen loben den Bericht der Briten: „Das ist eine bewundernswerte Anstrengung und ein Beitrag zur rechten Zeit um eine wichtige Lücke zu schließen“, sagte Selim Jahan vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP).

          87 Prozent der jungen Leute leben in Entwicklungsländern

          So positiv die Situation in Deutschland und einigen europäischen Nachbarstaaten ist, so kritisch sehen die Autoren die Chancen der Jugend insgesamt. Rund 1,8 Milliarden junge Erwachsene lebten heute auf der Welt und damit mehr als jemals zuvor. Zugleich aber lebten drei von vier Menschen in dieser Altersgruppe in Ländern, die ihnen nur mittelmäßige oder schlechte Perspektiven für die Zukunft böten. 87 Prozent aller jungen Menschen auf der Welt lebten in Entwicklungsländern. Umgekehrt wiederum bietet beispielsweise Deutschland seiner Jugend zwar sehr gute Chancen - dafür aber ist der Anteil junger Menschen in kaum einem Land der Welt so niedrig wie hierzulande.

          Die ersten Plätze belegen Deutschland, Dänemark und die Schweiz.
          Die ersten Plätze belegen Deutschland, Dänemark und die Schweiz. : Bild: F.A.Z.

          Als eine der größten Bedrohungen für die Zukunftsperspektiven junger Menschen nennt die Studie die oft schlechten Beschäftigungsaussichten. Dies gelte sowohl für die Industriestaaten als auch für Entwicklungsländer. Das Risiko, arbeitslos zu sein, sei für junge Menschen mindestens doppelt so groß wie für ältere Erwachsene, bilanzieren die Autoren. Für bedenklich halten sie auch die Situation junger Frauen: In vielen Ländern hätten sie schlechteren Zugang zu Bildung, zum Gesundheits- und Finanzsystem sowie zum Internet als ihre männlichen Altersgenossen.

          Die Untersuchung stellt außerdem eine sinkende Teilnahme junger Menschen am politischen System fest. Dies sei Ausdruck einer wachsenden Frustration und enttäuschter Hoffnungen bei vielen. Als Hoffnungszeichen sehen die Autoren dagegen, dass nicht nur reiche Industriestaaten mit vergleichsweise wenig jungen Menschen weit oben im Chancen-Ranking landen: Auch einigen Schwellen- und Entwicklungsländern wie etwa Costa Rica, Jamaica, Kolumbien und Tadschikistan, die allesamt einen hohen Jugendanteil hätten, gelinge dies.

          Korrektur

          In einer früheren Version des Textes stand, die Studie stamme vom Commonwealth-Ministerium. Richtig ist, dass das Londoner Sekretariat des Staatenverbunds Commonwealth sie durchgeführt hat. 

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