https://www.faz.net/-gqe-a06lv

Zufriedenheit sinkt spürbar : Wie die Corona-Krise Lebensglück zerstört

Alle an einem Tisch zuhause: Die malenden Kinder und die arbeitenden Eltern Bild: dpa

Die Pandemie zehrt nicht nur an der Wirtschaft, sondern auch an der Psyche. Forscher ziehen Vergleiche zu harten Schicksalsschlägen. Junge Menschen trifft es besonders.

          2 Min.

          Die Corona-Krise und die wochenlange Beeinträchtigung des beruflichen, öffentlichen und sozialen Lebens hat nicht nur viele Milliarden Euro Wirtschaftskraft, sondern auch einen erheblichen Teil der Lebenszufriedenheit zerstört. Darauf lassen Umfragen aus Großbritannien schließen, die in der letzten Aprilwoche erhoben wurden. Sie offenbaren bei vielen Menschen psychische Beeinträchtigungen, Konzentrationsschwächen und das zunehmende Gefühl, nicht gebraucht zu werden. „Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der Effekt auf die psychische Gesundheit so schlimm ist wie der Effekt, wenn man arbeitslos wird“, sagt der Marburger Soziologie-Professor Martin Schröder, der die Daten ausgewertet hat, der F.A.Z. Auf einer Skala, die im besten Fall hundert Punkte anzeigt, sank die Lebensqualität dem Forscher zufolge um rund drei Punkte auf 65.

          Johannes Pennekamp
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

          Der Wissenschaftler, der gerade ein Buch über die Zufriedenheit der Deutschen geschrieben hat, geht davon aus, dass die Ergebnisse weitgehend auf Deutschland übertragen werden können. Das Ausmaß der Beeinträchtigung sei überraschend groß, sagt er. Aus früheren Studien ist bekannt, dass Arbeitslosigkeit die Lebenszufriedenheit stärker als andere Schicksalsschläge – wie etwa die Scheidung vom Partner – mindert. Während von der Arbeitslosigkeit immer nur ein geringer Teil der Bevölkerung betroffen sei, handle es sich bei den Corona-Beschränkungen um einen Effekt, der die gesamte Bevölkerung beeinträchtige, betont Schröder. „Man sollte das also sehr ernst nehmen“.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Am 17. Juli in Erftstadt: Armin Laschet ist lachend zu sehen, während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein Pressestatement gibt.

          Laschet und die Flut : Das Lachen des Landesvaters

          Als das Wasser kam, wollte der Kanzlerkandidat der Union helfen, zuhören – und vielleicht auch Wahlkampf treiben. Dann wuchs der Druck und alles kam anders.