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KKR-Einstieg : Springers Exit-Option

Schriftzug am Eingang des Axel-Springer-Hochhauses in Berlin Bild: dpa

Der neue Investor ist an den lukrativen Teilen des Digital- und Pressehauses interessiert, nicht aber an den Zeitungen der „Welt“-Gruppe. Aufhorchen lässt indes vor allem eine Ausstiegsoption.

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          Mit dem angekündigten Einstieg der amerikanischen Beteiligungsgesellschaft KKR wächst unter Journalisten des Springer-Konzerns die Sorge. Der äußerst renditeorientierte Investor ist an den lukrativen Teilen des Digital- und Pressehauses interessiert, nicht aber an den Zeitungen der „Welt“-Gruppe. Seine künftigen Verbündeten – die Verlegerwitwe Friede Springer und der Vorstandschef Mathias Döpfner – mögen beteuern, das Erbe des Verlagsgründers Axel Springer zu wahren.

          Aber die Angebotsunterlage öffnet eine Hintertür zum Ausstieg, falls sich die „Welt“-Gruppe zu schlecht entwickelt. Springer tut nun so, als sei das eine Formalie. Die Klausel sei so gestaltet, dass sie einer Bestandsgarantie gleichkomme. Wer Erfahrung mit Investoren-Transaktionen hat, kennt solche rhetorischen Purzelbäume – und wie später dann vieles doch so kommt wie angeblich nie konkret geplant. Sogar der Fall KKR/Springer hat – jetzt schon – eine Wende geliefert, die misstrauisch macht:

          Am 12. Juni hatten die Vertragsparteien nach KKR-Bekunden „keine Absichten“ zu einem Börsenrückzug Springers. 5. Juli: KKR will in der Angebotsunterlage einen Börsenrückzug. Wie es sich mit der „Welt“-Klausel verhält, ist von außen schwer einzuschätzen. Fakt aber ist: Eine Ausstiegsoption ist das Gegenteil einer Bestandsgarantie. Man schreibt sie nur in einen Vertrag, wenn man einen Ausstieg für möglich hält.

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

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