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ZTE-Kommentar : Ein bisschen wie VW

Die drakonische Bestrafung des chinesischen Technologieriesen fügt sich ins Bild der Amerikaner: Man kann ihnen nicht trauen. Doch hier handelt es sich um handfesten Betrug.

          Die Ächtung des chinesischen Technologieriesen ZTE durch die amerikanische Regierung hat nur begrenzt etwas mit dem Streit der Vereinigten Staaten und China über den Diebstahl von Technologie zu tun. Eher eignet sich der Diesel-Betrug durch den deutschen Volkswagen-Konzern als Vergleich.

          Wie VW zuvor erfahren nun auch die Chinesen: Amerikanische Behörden reagieren ungnädig, wenn sie herausfinden, dass sie ausdauernd an der Nase herumgeführt wurden. Der Schlag des Handelsministeriums bedroht die Existenz des chinesischen Konzerns. Doch die Chinesen wussten, worauf sie sich einließen, als sie im März 2017 einem Vergleich zustimmten, der einen sieben Jahre währenden Bann von amerikanischen Technologie-Zulieferungen vorsah, sollte ZTE die Vergleichsvereinbarung verletzen.

          Zugleich fügt sich die drakonische Bestrafung ein in ein Bild, das sich die amerikanische Öffentlichkeit von chinesischen Technologiekonzernen macht: Man kann ihnen nicht trauen, glauben die Amerikaner. Dieses wachsende Misstrauen mündet in Gesetzen und Handelsauflagen, die es den Chinesen schwerer machen, globale Geschäfte zu machen. Die Chinesen haben es mit ihrem Verhalten den Amerikanern zu leicht gemacht, ihren protektionistischen Impulsen zu folgen.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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