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Verschonte Großversender : Zieht die Post die Kleinen über den Tisch?

  • -Aktualisiert am

Ganz schön schräg: Die Porto-Allianz von Wirtschaftsminister Altmaier und dem hier zu sehenden Vorstandsvorsitzenden der Post Frank Appel. Bild: Reuters

Altmaier und Post-Chef Appel haben eine schräge Allianz gebildet: Die Großen werden verschont. Die Leidtragenden sind die kleinen Kunden.

          Ob sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier das so vorgestellt hat, als er willfährig auf die Forderungen nach höheren Briefpreisen eingegangen ist?

          Kurz vor der geplanten Verabschiedung der neuen Porto-Verordnung stellt die Deutsche Post klar, dass vorläufig nur Verbraucher und Kleinunternehmen die Zeche bezahlen sollen. Großversender wie Banken, Versicherungen und Telekomunternehmen blieben zumindest bis zum Jahresende verschont, weil höhere Rabatte die Preissteigerung ausgleichen sollen.

          Bei den wenigen Briefen, welche die Privatleute noch schreiben, geht es für den Einzelnen zwar nur um Kleingeld. Trotzdem hat die Sache eine schwer erträgliche Schlagseite. Angeblich braucht die Post jeden Cent, damit sie Briefe auch in Zukunft noch von der Hallig bis zur Alm pünktlich und zuverlässig zustellen kann. Aber dort, wo am meisten zu holen wäre, bei den vielen Milliarden Geschäftsbriefen, soll die Preiserhöhung vorläufig ausfallen.

          Entweder ist die Not doch nicht so groß, wie Vorstandschef Frank Appel bei jeder Gelegenheit behauptet. Oder die Post zieht die kleinen Kunden über den Tisch, um den Wettbewerb um die Großversender abzuwürgen. Das Bundeskabinett sollte sich die schräge Porto-Allianz zwischen Appel und Altmaier noch einmal sehr genau anschauen.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

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