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Fall Braas Monier : Wie ein Ziegelhersteller EU-Übernahmeregeln infrage stellt

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Der Dachziegelhersteller aus dem Taunus will sich nicht vom amerikanischen Konzern Standard Industries schlucken lassen. Bild: dpa

Braas Monier ist ein Ziegelhersteller mit Wurzeln in Oberursel im Taunus. Er kämpft erbittert gegen die Übernahme durch einen amerikanischen Konzern. Bald gibt’s die Kraftprobe vor Gericht. Es geht um ein mögliches Schlupfloch in EU-Regeln.

          Ein Dachziegelhersteller mit Wurzeln in Oberursel im Taunus stellt die europäischen Übernahmeregeln infrage. Am kommenden Montag kommt es zur Kraftprobe vor Gericht in Luxemburg. Der Fall ist kurios: Das Unternehmen Braas Monier möchte sich nicht von dem amerikanischen Konzern Standard Industries kaufen lassen und wehrt sich seit einiger Zeit mit allen Mitteln dagegen. Und jetzt ist ein handfester juristischer Streit daraus geworden.

          Die Vorgeschichte: Zuletzt hatte der Ziegelhersteller als Abwehrmaßnahme gegen den amerikanischen Kaufinteressenten eine Kapitalerhöhung geplant – indem er Gratisaktien an seine eigenen Aktionäre ausgeben wollte. Diese würde die Übernahme für Standard Industries ordentlich verteuern – und die Amerikaner abschrecken. Zehn Prozent mehr Geld müsste Standard Industries auf diese Weise locker machen.

          Aber daraus wurde erstmal nichts. Anstatt sich abschrecken zu lassen, erwirkte der Kaufinteressent eine einstweilige Verfügung gegen die Kapitalerhöhung von Braas Monier. Das Argument: Nach der EU-Übernahmerichtlinie dürfe das Unternehmen eine solche Abwehrmaßnahme gar nicht erst einleiten.

          Braas Monier wiederum will nun die einstweilige Verfügung aufheben lassen. Und so trifft man sich am Montag vor Gericht in Luxemburg. Das Dachziegel-Unternehmen glaubt offenbar, mit der Ausgabe von Gratisaktien ein rechtliches Schlupfloch gefunden zu haben. „Dieser Fall ist bizarr und es gibt keine Präzedenzfälle“, sagte Stephen Oppenhoff von der Großkanzlei Linklaters der „Financial Times“.

          Ein unzulässiger Versuch, den Preis in die Höhe zu treiben?

          Standard argumentiert hingegen, der tatsächliche Wert des Unternehmens steige durch die Umsonst-Ausgabe von Aktien überhaupt nicht, daher sei die Maßnahme ein unzulässiger und einseitiger Versuch, den Preis für das Unternehmen in die Höhe zu treiben.

          An ihrem Übernahmeplan halten die Amerikaner trotz allem weiter fest. Standard Industries hatte hatte schon im September bekanntgegeben, Braas Monier übernehmen zu wollen und hat sich mittlerweile bereits 40 Prozent der Anteile des S-Dax-Unternehmens gesichert.

          Die Amerikaner bieten 25 Euro je Aktie für Braas Monier. Ohne die Kapitalerhöhung und inklusive aller Schulden würde der Hersteller mit deutschen Wurzeln und Sitz in Luxemburg mit rund 1,9 Milliarden Euro bewertet.

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