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Wettbewerbsfähigkeit : Deutschland immer unattraktiver für Familienunternehmen

  • -Aktualisiert am

Farbige Leerrohre, in die Glasfaserkabel verlegt werden, ragen aus einem Graben auf einer Baustelle. Die digitale Infrastruktur ist eine der Schwächen Deutschlands. Bild: dpa

Im „Länderindex Familienunternehmen“ des Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW fällt Deutschland auf den 17. Platz zurück. Doch nicht in allen Rankings schneidet der Standort schlecht ab.

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          Die Rahmenbedingungen für Familienunternehmen in Deutschland werden immer schlechter. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Montag veröffentlichte Standortstudie des Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen. Unter den 21 untersuchten Industrienationen zählt Deutschland mit Platz 17 zu den Schlusslichtern. Noch schlechter schneiden nur Frankreich, Spanien, Japan und Italien ab. Spitzenreiter des „Länderindex Familienunternehmen“ 2020 ist Amerika, gefolgt von Großbritannien, den Niederlanden und Kanada.

          Svea Junge
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Schwächen des Standorts Deutschland sehen die Studienautoren vor allem im Bereich der Steuerpolitik und der Kategorie „Arbeitskosten, Produktivität und Humankapital“. Hinsichtlich der steuerlichen Belastung der Unternehmen sei die Bundesrepublik im Vergleich mit den europäischen und amerikanischen Wettbewerbern „ins Hintertreffen geraten“, heißt es in der Studie. Langfristig sei eine umfassende Steuerreform daher „unerlässlich“.

          Auch im Hinblick auf die Qualität der Infrastruktur – sowohl der Verkehrswege als auch der Informationstechnologie – sei Deutschland gegenüber den Wettbewerbern „deutlich abgeschlagen“. Hohe Strompreise sorgen dafür, dass Deutschland auch im Bereich Energie unterhalb des Durchschnitts liegt. Positiv hervor sticht die Bundesrepublik hingegen bei der Finanzierung. Die finanzielle Stabilität von Staat und Privatwirtschaft sei „gerade in der Corona-Krise mit ihren enormen Finanzierungslasten stark zu würdigen“, schreiben die Studienautoren.

          Seit der ersten Erhebung im Jahr 2006 ist Deutschland um fünf Plätze in dem Ranking abgerutscht. Kein anderer Standort habe sich schlechter entwickelt, kritisierte die Stiftung Familienunternehmen. „Die Ergebnisse müssen aufrütteln“, sagte Stiftungsvorstand Rainer Kirchdörfer. „In den vergangenen Jahren haben wir uns sehr stark auf die Verteilung des Wohlstands konzentriert.“ Jetzt komme es dringend darauf an, Deutschland wettbewerbsfähiger zu machen.

          Zwar musste Deutschland auch in anderen Rankings zur Wettbewerbsfähigkeit in den vergangenen Jahren Platzverluste hinnehmen. Insgesamt schneidet der Standort in vergleichbaren Untersuchungen aber deutlich besser ab. Beim Global Competitiveness Report des Weltwirtschaftsforums (WEF) fiel Deutschland im Jahr 2019 vier Plätze zurück, lag mit Platz 7 aber immer noch unter den Top 10 der 141 untersuchten Länder.

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