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ZEW-Index : Börsenfachleute blicken mit Optimismus nach vorn

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Fachleute an der Börse blicken mit mehr Zuversicht auf die Konjunktur, zeigt der ZEW-Index. Bild: ddp

Die aktuelle Lage der Wirtschaft schätzen sie als schlecht ein, doch der Ausblick der Kapitalmarktprofis fällt deutlich positiver aus als erwartet. Der Ökonom Achim Wambach spricht von einer ganz erheblichen Verbesserung. Woher kommt die Aufhellung?

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          Trotz der rollenden Omikron-Welle blicken Börsenprofis wieder überraschend optimistisch auf die Konjunktur in Deutschland. Das Barometer für die Einschätzung der nächsten sechs Monate stieg im Januar unerwartet deutlich um 21,8 auf 51,7 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Juli 2021, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 178 Analysten und Anlegern mitteilte.

          Ökonomen hatten nur mit einem kleinen Anstieg auf 32,0 Zähler gerechnet. „Der Konjunkturausblick verbessert sich mit Beginn des neuen Jahres ganz erheblich“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. „Die konjunkturelle Schwächephase vom vierten Quartal 2021 dürfte bald überwunden sein.“ Die Lage wurde allerdings schlechter bewertet als zuletzt und als erwartet.

          Die meisten vom ZEW befragten Fachleute gingen davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum im kommenden halben Jahr verbessere, erläuterte Wambach. Denn die Corona-Inzidenzen dürften sich bis Frühsommer deutlich abschwächen. Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank sprach von einem klaren Aufschwungsignal und setzt auf das Frühjahr: „Auch die Lieferkettenschwierigkeiten vieler Produkte werden sich dann zwar nicht in Wohlgefallen auflösen, aber zumindest verbessern.“

          „Omikron wirtschaftlich kurz und schmerzlos“

          Im Gesamtjahr 2021 war die deutsche Wirtschaft zwar um 2,7 Prozent gewachsen. Aber zwischen Oktober und Dezember ließ die Konjunktur nach erster Schätzung des Statistischen Bundesamtes zwischen 0,5 bis 1,0 Prozent zum Sommer-Quartal nach. Für 2022 erwarten die meisten Fachleute wieder mehr Wachstum als im Vorjahr, allerdings dürfte die Corona-Variante Omikron zu Jahresanfang Firmen und Verbraucher noch belasten.

          Jörg Angele vom Asset Manager Bantleon rechnet im laufenden Quartal noch mit einer Stagnation, dann aber im Frühjahr und Sommer je mit rund zwei Prozent Wachstum. „Die Wahrscheinlichkeit einer sehr dynamischen konjunkturellen Entwicklung ab dem Frühjahr ist sehr hoch.“ Denn auch bei den vom ZEW befragten Experten setze sich die Erkenntnis durch, „dass die Omikron-Welle wirtschaftlich gesehen kurz und relativ schmerzlos ablaufen dürfte“. Zudem sieht Angele Anzeichen, dass die massiven Materialengpässe der Industrie allmählich abebben.

          Aufgestaute Nachfrage wartet auf Befriedigung

          Auf Besserung setzt auch die Tourismusbranche. Allein das Gastgewerbe machte 2021 nach erster Schätzung zwar nominal zwei Prozent mehr Umsatz als im ersten Corona-Jahr. Bereinigt um steigende Preis stagnierten die Erlösen laut Statistischem Bundesamt aber. „Damit waren die Jahre 2020 und 2021 die umsatzschwächsten seit Beginn der Zeitreihe 1994.“ Im Vergleich mit dem Vorkrisenjahr 2019 setzte das Gastgewerbe fast 36 und real sogar gut 40 Prozent weniger um.

          Viele Menschen hätten in der Pandemie-Zeit nicht nur ihre Konsum-, sondern auch Reisewünsche zurückgestellt, erklärte Analyst Marc Decker von der Quintet Private Bank. Diese aufgestaute Nachfrage dürfte in den kommende Monaten das Geschäft von Hotels, Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften beleben. „Vor diesem Hintergrund besteht Grund zu der optimistischen Annahme, dass zumindest die zweite Jahreshälfte 2022 für den Tourismussektor positiv verlaufen könnte.“

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