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Dieselaffäre : Zeugen belasten Audi-Chef Rupert Stadler

Seit neun Jahren amtierender Vorstandsvorsitzender von Audi: Rupert Stadler Bild: Reuters

Seit Beginn des Dieselskandals von Volkswagen fuhr Audi im Windschatten des Mutterkonzerns. Nun gerät der Chef in den Fokus.

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          Seit Beginn des Dieselskandals von Volkswagen fuhr Audi im Windschatten des Mutterkonzerns. Dabei haben die amerikanischen Umweltbehörden auch in dem von Audi entwickelten Sechszylinder-Motor die Schummel-Software entdeckt. Zwar wurden in Ingolstadt erst der Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg und nun sein Nachfolger Stefan Knirsch beurlaubt. Aber der seit neun Jahren amtierende Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler konnte sich in der Rolle des Aufklärers einer Affäre geben, die unter seiner Ägide entstanden ist. Nun sollen aber nach Informationen des „Spiegels“ Zeugen aus dem VW-Konzern Stadler belastet haben. Demnach habe der Audi-Chef bereits im Jahr 2010 von den Manipulationen Kenntnis bekommen. Die Spezialisten der von VW beauftragten Kanzlei Jones Day wollten Stadler nun dazu ausführlich befragen, hieß es am Dienstag.

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Schon der überraschende Abgang von Entwicklungschef Knirsch vor wenigen Tagen hatte ein schlechtes Licht auf den Audi-Vorstandsvorsitzenden geworfen: Stadler hatte Knirsch das Amt inmitten der Dieselkrise übertragen, mit ihm wollte er „in dieser fordernden Situation durchstarten“, ließ er seinerzeit mitteilen. Doch Knirsch wurde durch Ermittlungen von Jones Day schwer belastet, auch er soll früh von der Betrugssoftware bei dem Audi-Dieselmotor gewusst und sogar eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben haben. Stadler wurde Ende vergangenen Jahres vom Audi-Aufsichtsrat aufgefordert, die Vorfälle zu klären – „lückenlos und ohne falsche Rücksicht auf Personalien“, wie es in einer Mitteilung des Betriebsrats hieß.

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