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Übers Ziel hinausgeschossen : Zerschlägt die EU so nebenbei Edeka und Rewe?

Verfehltes Ziel: Wer soll von der EU geschützt werden? Bild: Stefan Finger

In der EU herrscht Verwirrung: Hilft ein Vorstoß, der die Landwirte schützen sollte, nun den großen Konzernen? Und kommen – als Nebenwirkung – Rewe und Edeka zu Fall?

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          Die Intention war klar, als EU-Agrarkommissar Phil Hogan im Frühjahr seinen Vorschlag gegen unlautere Geschäftspraktiken im Lebensmittelhandel vorlegte. „Wir wollen damit das schwächste Glied in der Lieferkette und damit letztlich die gesamte Lieferkette stärken“, sagte der Ire und meinte die Landwirte.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Ein halbes Jahr später hat der Agrarausschuss des EU-Parlaments die Position zu dem Vorstoß beschlossen und den Schutz von Bauern ausgeweitet: auf landwirtschaftliche Genossenschaften mit Milliardenumsatz wie die schwedisch-dänische Molkereigenossenschaft Arla. Selbst Konzerne wie Nestlé oder das aus Kraft hervorgegangene Mondelez sollen vor den Einkäufern des Einzelhandels geschützt werden. „Es ist grotesk“, sagte der Biobauer und Abgeordnete, Martin Häusling (Grüne). „Wir wollten Landwirte schützen, jetzt schützen wir Konzerne.“

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