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Zeit ohne Begegnungen : Wie Corona uns den Zufall raubt

Bild: Illustration Daniel Stolle

Wenn Menschen sich treffen, kann Großes entstehen. Blöd, dass wir gerade so viel zu Hause sitzen.

          7 Min.

          Es war der Sommer 1995, als ein junger Wissenschaftler namens Sergey an der Universität Stanford ein paar potentielle neue Doktoranden begrüßte. Er führte sie auf einer kurzen Tour über den Campus, fuhr mit ihnen nach San Francisco, man spazierte gemeinsam über die Hügel der Stadt. Mit in der Gruppe war auch ein Ingenieur aus Michigan namens Larry. Die beiden fanden einander unausstehlich, so erzählten sie es später, trotzdem redeten – oder besser: stritten – sie pausenlos miteinander. Voneinander lassen konnten sie auch nicht. Larry kam an die Universität und erforschte das Internet: Die Zusammenhänge im Web könnte man doch viel besser verstehen, wenn man darauf achten würde, welche Seiten wohin verlinken. Die Idee war gut, nur die Mathematik war kompliziert. Ein Glück, dass Larrys neuer Freund Sergey ein begnadeter Mathematiker war. Zusammen entwickelten die beiden eine Suchmaschine und nannten sie später Google.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Hätte in jenem Sommer schon das Coronavirus gewütet, wäre die Campustour eher ausgefallen. Google wäre vielleicht nie gegründet worden. Ein großer Fortschritt im jungen Internet wäre vielleicht später gekommen, vielleicht gar nie – und alles, was heute auf dieser Entwicklung aufbaut, stünde zumindest in Frage. Was die Pandemie für die Entwicklung der Wirtschaft, der Wissenschaft und der ganzen Welt bedeutet, das lässt sich heute kaum erahnen. Sicher ist bisher nur: Das Virus hält uns auf.

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