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High-Tech-Komplex : Dieses Unternehmen glaubt an den Standort Ost

Hightech von Carl Zeiss in Jena. Bild: Picture-Alliance

Der Optikkonzern Zeiss investiert am Traditionsstandort Jena mehr als 300 Millionen Euro. Das verspricht neue Arbeitsstellen und die Ansiedlung weiterer Institute und Firmen.

          In der Stadt Jena wurde Carl Zeiss im Jahr 1846 gegründet, jetzt investiert der Optikkonzern an dem Traditionsstandort mehr als 300 Millionen Euro: Entstehen soll ein „integrierter High-Tech-Komplex mit Strahlkraft für die gesamte Region“, erklärt Michael Kaschke, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens mit Sitz im baden-württembergischen Oberkochen. Entsprechend beglückt reagieren die Politiker in Ostdeutschland: „Wir erwarten dadurch viele Impulse für die Wirtschaft und Wissenschaft des Landes“, kommentiert Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow. Wolfgang Tiefensee als Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft spricht vom „bisher größten Investitionsengagement in Thüringen in diesem Jahrzehnt.“ Dieses werde Ausgründungen und die Ansiedlung weiterer Institute und Firmen nach sich ziehen.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Zeiss erwirbt vom Glas-Spezialisten Schott (der ebenfalls die Zeiss-Stiftung als Eigentümerin hat und insofern eine Art Schwester-Konzern ist) ein teilweise ungenutztes Gelände von 80.000 Quadratmetern, und will darauf neue Gebäude errichten, in denen bis zum Jahr 2023 die bisherigen Jenaer Standorte zusammen geführt werden sollen. Die Zahl der in dem Standort beschäftigten Mitarbeiter soll in der Zeit von bisher 2000 auf 2500 anwachsen. Bis zum Frühjahr 2018 soll mit Hilfe eines Architekturwettbewerbs klar sein, wie das Gebäudeensemble aussehen soll und wie die denkmalgeschützten Gebäude auf dem Areal integriert werden.

          Ein besonderes Augenmerk legt Zeiss nach den Worten von Vorstandschef Michael Kaschke darauf, am neuen Standort auch eine dynamische Wachstumsumgebung für Start-up-Unternehmen zu schaffen. Er hofft darauf, dass die Kooperation mit den Hochschulen der Region, Instituten wie der Max-Planck-Gesellschaft, Partnerunternehmen und lokale Zulieferer intensiviert werden könne. „Um die Potentiale in unseren Wachstumsmärkten nutzen zu können, brauchen wir eine noch stärkere Präsenz und eine noch bessere Vernetzung an den Innovationshotspots.“  Die Investition in Jena sei Teil der globalen Investitionsstrategie von Zeiss. Erst vor drei Wochen kündigte der Konzern an, am Karlsruhe Institute of Technology (KIT) 30 Millionen Euro in einen Innovation Hub zu investieren.

          Jena ist schon bisher der zweitgrößte Standort von Zeiss, mit dem Planetariumsgeschäft, der Mikroskopie und der medizinischen Optik. Die Carl Zeiss Meditec AG ist das umsatzstärkste börsennotierte Unternehmen aus Thüringen. Der Zeiss-Konzern mit Sitz in Oberkochen auf der schwäbischen Alb dürfte im soeben beendeten Geschäftsjahr 2016/2017 (30.9.) einen Umsatz von deutlich mehr als 5 Milliarden Euro erzielt und damit einen Konzerngewinn im hohen dreistelligen Millionenbereich erwirtschaftet haben. Wachstumsstärkste Sparte war zuletzt das Geschäft mit der Halbleiter-Industrie, wo sich allmählich die jahrzehntelangen Investitionen in die nächste Generation der Chip-Herstellung mittels EUV-Lithographie (extreme ultraviolet) ertragfördernd auswirken. Der Konzern hat 25400 Beschäftigte, davon rund 10.000 im Inland.

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