https://www.faz.net/-gqe-abuqv

Managergehälter : Wer zahlt, bestimmt

Rubin Ritter Bild: dpa

Der Online-Händler Zalando deckelt die Gehälter seiner Chefs auf 15 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr erhielt Rubin Ritter mehr als 50 Millionen. Der Ball liegt bei den Aktionären.

          1 Min.

          Ausgerechnet inmitten der Pandemie haben in diesem Jahr einige deutsche Unternehmen mit außerordentlich hohen Gehaltspaketen ihrer Spitzenmanager für Schlagzeilen gesorgt: mehr als 53 Millionen Euro für Linde-Chef Steve Angel, ebenso viel bekam der bisherige Ko-Vorstandschef von Zalando, Rubin Ritter. Mehr als 45 Millionen Euro erhielt Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg. Grund dafür sind Aktienoptionen, die ihnen schon vor Jahren gewährt wurden. Die Entwicklung besorgt viele: Sind wir auf dem Weg zu amerikanischen Verhältnissen, wo Spitzenmanager schon seit Jahren für Normalverbraucher unfassbare Summen verdienen? Zalando führt jetzt für Neuverträge eine Gehaltsobergrenze ein.

          Das ist an sich noch nichts Besonderes, es ist neuerdings Pflicht, so hat es der Bundestag beschlossen: Aufsichtsräte müssen Obergrenzen für die Vorstandsgehälter festlegen. Die Höhe können sie aber frei wählen: Zalando hat sich für 15,75 Millionen entschieden für die obersten Chefs.

          Jetzt liegt der Ball bei den Aktionären. Das Unternehmen erwirtschaftet bislang noch keinen Gewinn, auf Dividenden müssen sie noch länger warten, die Aktie ist aber gut gelaufen. Die Aktionäre können die vom Aufsichtsrat festgelegte Obergrenze auf künftigen Hauptversammlungen noch herabsetzen – wenn ihnen der Betrag zu hoch erscheint. Ihr Votum wäre verbindlich. Das ist ebenso neu wie richtig. Wer die Rechnung zahlt, soll auch mitbestimmen.

          Tillmann Neuscheler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Weitere Themen

          DoorDash investiert in Flink

          Lebensmittel-Lieferdienst : DoorDash investiert in Flink

          In 37 deutschen Städten ist Flink mittlerweile aktiv. Jetzt steigt der amerikanische Konzern DoorDasg ein. Konkurrent Gorillas will sich derweil ebenfalls frisches Geld besorgen.

          Topmeldungen

          So spannend wie lange nicht mehr: Zwischen SPD und Union ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen

          Allensbach-Umfrage : Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und Union

          Kurz vor der Bundestagswahl ist das Rennen zwischen SPD und Union um Platz Eins weiter offen. In der letzten Umfrage des Allensbach-Instituts im Auftrag der F.A.Z. verkürzt sich der Abstand zwischen den beiden Parteien.
          Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln, gibt am Freitag in Köln im Garten des Erzbischöflichen Hauses ein Statement ab.

          Papstentscheidung zu Woelki : Das Vertrauen ist definitiv verloren

          Man muss wohl ein unverbesserlicher Optimist sein, um zu hoffen, dass die Krise im Erzbistum Köln mit einer mehrmonatigen „geistlichen Auszeit“ Kardinal Woelkis zu lösen ist. Denn sie lässt nicht nur viele Betroffene ratlos zurück.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.