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Zahlungswürdigkeit : Frankreichs Top-Rating bedroht

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Trübt sich der bislang gute Ausblick? Frankreichs Schuldensituation ist laut Moodys gravierender als in meisten anderen top-benoteten Ländern Bild: AP

Die Ratingagentur Moody’s überprüft den Ausblick für die Bonitätsnote Frankreichs. Der gegenwärtig als stabil eingestufte Ausblick des Ratings von „Aaa“ sei durch die Schuldenlage des Landes unter Druck.

          Die französische Regierung muss nach Einschätzung der Rating-Agentur Moody's mit Reformen die Kreditwürdigkeit des Landes sichern. In ihrem jährlichen Kreditbericht über das Land erläuterte die Agentur, sowohl wirtschaftliche als auch fiskale Reformen seien entscheidend, damit die Top-Bonitätsnote "Aaa" auch weiterhin mit einem stabilen Ausblick versehen werden könne.

          Die Finanzstärke des Landes habe aber wegen der Belastungen durch die Finanzkrise nachgelassen. Deshalb will Moody's den stabilen Ausblick für die Bonitätsnote in den kommenden drei Monaten erneut auf den Prüfstand stellen. Die Überprüfung des Ausblicks erfolge in den nächsten drei Monaten.

          Schon jetzt sei die Schuldensituation in Frankreich gravierender als in den meisten anderen mit "Aaa" benoteten Ländern, warnte die Agentur. Zudem könnten im Zuge der Schuldenkrise weitere Belastungen auf die Staatskasse zukommen - etwa im Falle weiterer Hilfen für Länder oder die Banken.

          Frankreichs Finanzminister Francois Baroin hält die Spitzenbonität seines Landes aber nicht für gefährdet. Das Top-Rating sei nicht in Gefahr, weil Frankreich bei der Verabschiedung von Maßnahmen zum Defizitabbau sogar noch dem Zeitplan voraus sei, sagte Baroin am Dienstag dem TV-Sender France 2. Er räumte allerdings ein, dass die Wachstumsprognose für das kommende Jahr zu hoch gegriffen sein dürfte. Die angestrebten 1,75 Prozent seien angesichts der schwachen Wirtschaftsaussichten „wahrscheinlich zu hoch“. Eine Anpassung der Prognose sei deswegen zu einem späteren Zeitpunkt nötig.

          Frankreich-Spread erreicht Rekordwert

          Der Risikoaufschlag für französische Anleihen gegenüber deutschen Bundespapieren hat angesichts der negativen Kommentare am Dienstag ein Rekordhoch erreicht. Der Spread kletterte erstmals auf über 100 Basispunkte, da das Kaufinteresse bei deutschen Papieren deutlich stärker überwog als bei französischen. Bei deutschen Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren sank die Rendite um neun Basispunkte auf 2,00 Prozent. Bei Papieren aus Frankreich lag sie bei 3,02 Prozent und damit zwei Basispunkte unter dem Vortageswert.

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