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Zahlungsverkehr in der EU : Aufregung über neue Kontonummern

  • -Aktualisiert am

Statt Kontonummer und Bankleitzahl kommen Iban und BIC Bild: dpa

Die Verbraucherschützer befürchten Chaos, wenn die Bankkunden nicht besser über die geplante Abschaffung von Bankleitzahlen und Kontonummern informiert werden. Auch bei Zahlungen im eigenen Land sollen die nationalen Nummern spätestens ab 2013 nicht mehr gelten.

          Verbraucherschützer in Deutschland befürchten ein Chaos, wenn die Bankkunden in Europa nicht besser über die geplante Abschaffung der bekannten Bankleitzahlen und Kontonummern informiert werden. „Es gibt ein extremes Informationsdefizit, das wir uns nicht länger leisten können“, sagte Christian Pauli, Banken-Fachmann des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, der F.A.Z.

          Werner Mussler

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Hintergrund ist die Umstellung der Kontoangaben auf einen einheitlichen EU-Standard. Die EU-Kommission will im Herbst einen Verordnungsvorschlag vorlegen, mit dem die seit längerem beschlossene Umstellung von den bisherigen Kontonummern und Bankleitzahlen auf einheitliche EU-Standards (IBAN und BIC) erzwungen werden soll. Hintergrund des Brüsseler Vorstoßes ist, dass die ursprünglich vorgesehene freiwillige Umstellung durch die Banken kaum vorankommt, speziell nicht in Deutschland. Die EU-Standards gehen auf die Einführung des Einheitlichen Europäischen Zahlungsraums (Sepa) im Jahr 2008 zurück.

          Erst müssen alle 27 Mitgliedsstaaten zustimmen

          Nach den Vorstellungen der EU-Behörde sollen sie für Überweisungen ein Jahr nach dem Beschluss der Verordnung zwingend eingeführt sein, für Lastschriften nach zwei Jahren. Der genaue Zeitpunkt hinge demnach davon ab, wie schnell die Mitgliedstaaten und das Europaparlament dem Kommissionsvorschlag zustimmen. Die einheitlichen Standards führen nach einer Studie der Beratungsgesellschaft Cap Gemini im EU-Zahlungsverkehr zu einer Kostenersparnis von 123 Milliarden Euro in sechs Jahren.

          Verbraucherschützer Pauli sagte, die Banken hätten die neuen Verfahren zwar schon aktiviert, die Kunden bekämen davon jedoch nichts mit, weil sie im Inland noch ihre alten Nummern nutzen können. Es reiche aber nicht, sie erst zu informieren, wenn es nicht mehr anders gehe. „Wir werden mit anderen Kontonummern arbeiten müssen, und auch das Lastschriftverfahren wird anders funktionieren“, sagte Pauli. Iban und BIC seien „keine sehr schönen Kontoangaben“, die langen Nummern seien nicht besonders attraktiv. Er warnte die Banken, aus Angst vor dem Unmut der Kunden mit Informationskampagnen zu lange zu warten.

          Bei Überweisungen ins Ausland sind IBAN und BIC heute schon Pflicht. Die neuen Ziffern- und Buchstabenkombinationen sind deutlich länger als die bisher in Deutschland üblichen Zahlenreihen: die IBAN hat 22 Stellen, die BIC 11.

          Das EU-Projekt Sepa (Single European Payments Area) soll Geldtransfers in ganz Europa schneller und billiger machen; es hebt jegliche Auslandsgebühren auf. Die meisten europäischen Banken bieten seit 2008 freiwillig Sepa-Überweisungen und seit 2009 Sepa-Lastschriften an. Da aber viele Bankkunden weiter die alten Standards benutzen, gibt es teure Parallelstrukturen. (dpa)

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