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Zahlen für die Energiewende : Strom wird für die Verbraucher teurer

Immer mehr Windräder und Solaranlagen treiben den Strompreis in die Höhe. Bild: DPA

Die Verbraucher in Deutschland müssen für die Energiewende immer tiefer in die Tasche greifen. Die Umlage auf den Strompreis dürfte bald auf etwa 5,3 Cent je Kilowattstunde steigen. Das wären 50 Prozent mehr als bisher.

          Die großen Stromnetzbetreiber haben bis Anfang September schon 2,6 Milliarden Euro mehr an die Ökostromproduzenten ausgezahlt als im Gegenzug von den Verbrauchern über die Umlage auf den Strompreis eingenommen worden ist. Das geht aus neuen Daten hervor, die die Stromnetzbetreiber am Sonntag im Internet veröffentlicht haben. Das in diesem Jahr auflaufende Finanzierungsdefizit könnte damit nach Schätzungen aus dem Umfeld der Netzbetreiber leicht 4 Milliarden Euro erreichen.

          Unerwartet hoher Zubau

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Das von den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern Amprion, Tennet, TransnetBW und 50 Hertz vorgestreckte Geld wird auf die Umlage des nächsten Jahres aufgeschlagen. Wie hoch die ausfällt, wollen die vier Betreiber des Übertragungsnetzes am Montag kommender Woche mitteilen. Gerechnet wird mit einer Umlage von etwa 5,3 Cent je Kilowattstunde. Das entspräche einer Kostensteigerung von 50 Prozent. Aktuell beträgt die Umlage zur Förderung des Ökostromausbaus knapp 3,6 Cent je Kilowattstunde (kWh).

          Das Defizit auf dem EEG-Konto wird von Jahr zu Jahr größer.

          In die Berechnung der Umlage nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) gehen neben den Fehlbeträgen des Vorjahres auch die korrigierten Daten über den unerwartet hohen Zubau vor allem von Photovoltaikanlagen im laufenden und die Prognosen für das nächste Jahr ein. Berücksichtigt werden müssen aber auch neue Belastungen von bis zu einer Milliarde Euro, die etwa aus der Anbindung der Meereswindparks resultieren, die der Gesetzgeber auch auf die Stromkunden umlegen will.

          15,8 Milliarden Euro an die Erzeuger von Grünstrom ausgezahlt.

          Ende August hatte sich das kumulierte Jahresdefizit zur Finanzierung des Ökostroms noch auf knapp 1,7 Milliarden Euro belaufen. Mit einer Steigerung um weitere 916 Millionen Euro im September dauert der rasante überproportional starke Anstieg der Ausgaben für Grünstrom an. Nach Angaben der Netzbetreiber betrugen die Ausgaben für Strom vor allem aus Photovoltaik, Biogas und Wind im September 2,38 Milliarden Euro, während die Einnahmen 1,46 Milliarden Euro betrugen. Schon im Juli hatten die Ausgaben die Einnahmen um 921 Millionen Euro übertroffen, im August war das Monatsdefizit dann auf unter 530 Millionen Euro geschrumpft. Die Einnahmen-Ausgaben-Schere geht schon seit Mai rasant auf. Sie dürfte sich weiter vergrößern. Während in Kreisen der Photovoltaikbetreiber noch unlängst Schätzungen über ein Jahresdefizit von 4 Milliarden Euro als unseriös abqualifiziert worden waren, werden die Schätzungen von Vertretern der Netzbetreiber geteilt.

          Insgesamt wurden bis Ende September gut 15,8 Milliarden Euro an die Erzeuger von Grünstrom ausgezahlt. An der Börse, wo die Netzbetreiber den Ökostrom zu Tagespreisen verkaufen müssen, erlösten sie dafür 2,4 Milliarden Euro, 250 Millionen Euro zahlten regionale Netzbetreiber unter anderem ein, weil durch Eigenverbrauch der Ökostromproduzenten Netzentgelte vermieden wurden. Den mit 10,4 Milliarden Euro weitaus größten Anteil brachten allerdings die Stromkunden über die EEG-Umlage auf.

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