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Trotz Omikron-Welle : Arbeitslosigkeit fast wieder auf Vorkrisenniveau

Logo eines Jobcenters in Hoyerswerda in Sachsen Bild: dpa

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Januar viel weniger gestiegen als für diese Jahreszeit üblich. In der Gastronomie und im Handel sind aber wieder mehr Arbeitnehmer in Kurzarbeit.

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          Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar trotz der Omikron-Welle nicht so stark gestiegen wie für diese Jahreszeit üblich. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte, nahm sie um 133.000 auf 2,462 Millionen zu. Das ist der geringste Anstieg seit der Wiedervereinigung. Die Arbeitslosigkeit nimmt üblicherweise im Januar zu, weil es im Winter etwa auf dem Bau, in der Landwirtschaft und in der Gastronomie weniger zu tun gibt.

          Britta Beeger
          Redakteurin in der Wirtschaft und zuständig für „Die Lounge“.

          Rechnet man diese typischen jahreszeitlichen Schwankungen raus, ist die Arbeitslosigkeit im Januar - wie schon in den Monaten zuvor - sogar weiter kräftig gesunken: um 48.000. Damit hat sie nun fast wieder ihr Vorkrisenniveau erreicht. Zum Vergleich: Im Januar 2020 waren 2,425 Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos gewesen, nur rund 37.000 weniger als derzeit. Der Arbeitsmarkt sei „gut in das Jahr 2022 gestartet“, bilanzierte denn auch Daniel Terzenbach, Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit.

          Kurzarbeit nimmt deutlich zu

          Wie schon in früheren Corona-Wellen haben die Betriebe allerdings wieder für deutlich mehr Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Im Januar gingen bei den Arbeitsagenturen Anzeigen von den Unternehmen für 286.000 Beschäftigte ein, nach schon rund 326.000 im Dezember. In den Monaten zuvor waren es jeweils nur rund halb so viele oder weniger gewesen. Der Grund sind vor allem vermehrte Anzeigen aus dem Gastgewerbe und dem Handel, die weiter besonders unter den aktuellen Corona-Regeln leiden.

          Tatsächlich in Kurzarbeit waren nach vorläufigen hochgerechneten Daten im November – neuere Zahlen liegen noch nicht vor – rund 574.000 Arbeitnehmer. Von ihrem Höchststand ist die Zahl der Kurzarbeiter damit noch weit entfernt. Zum Vergleich: Im Frühjahr 2020 waren in der Spitze rund sechs Millionen Beschäftigte in Deutschland in Kurzarbeit. In dem langen Lockdown vor einem Jahr waren es zeitweise immerhin mehr als 3,3 Millionen Arbeitnehmer.

          Die Aussichten für die kommenden Monate fallen nun ebenfalls wieder etwas besser aus als man es noch zum Jahresende vermuten konnte. So ist das Arbeitsmarktbarometer des zur BA gehörenden Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Januar nach vier Rückgängen in Folge wieder leicht gestiegen. Die lokalen Arbeitsagenturen gehen davon aus, dass die Beschäftigung in den kommenden Monaten weiter steigen wird und sich bei der Entwicklung der Arbeitslosigkeit saisonbereinigt wenig ändert. Zuletzt hatten sie noch erwartet, dass die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten saisonbereinigt leicht steigen könnte.

          Trotz der Rekord-Infektionszahlen und der schwächelnden Wirtschaft suchen die Unternehmen in Deutschland auch nach immer mehr neuen Beschäftigten. Der Bundesagentur für Arbeit waren im Januar 792.000 offene Stellen gemeldet, der Stellenindex der Behörde erreichte damit ein Allzeithoch. Knapp ein Viertel der ausgeschriebenen Stellen geht derzeit auf Zeitarbeitsunternehmen zurück, weitere 12 Prozent auf den Handel. Je knapp 11 Prozent der offenen Stellen waren im Verarbeitenden Gewerbe und im Gesundheits- und Sozialwesen ausgeschrieben, weitere 7 Prozent in der Baubranche.

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