https://www.faz.net/-gqe-8f659

3,59 Millionen : Arbeitslosigkeit in Frankreich steigt auf Rekordniveau

  • Aktualisiert am

Arbeitssuchende lassen sich bei der französischen Arbeitsagentur beraten. Bild: Reuters

Ein weiterer Rückschlag für Präsident Hollande: Während seiner Amtszeit ist die Zahl der Arbeitslosen um 650.000 gestiegen. Eine weitere Arbeitsrechtsreform soll es nun richten.

          1 Min.

          Die Arbeitslosigkeit in Frankreich ist wieder deutlich gestiegen und hat einen neuen Rekordwert erreicht. Ende Februar waren landesweit 3,59 Millionen Menschen ohne Job, wie das Arbeitsministerium am Donnerstagabend in Paris mitteilte. Das waren 38.400 mehr als im Vormonat. Die Zahlen sind ein erneuter Rückschlag für Staatschef François Hollande, der die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu einem seiner Hauptanliegen gemacht hat.

          Seit seinem Amtsantritt 2012 ist die Zahl der Arbeitslosen aber um fast 650.000 gestiegen. Nach einem leichten Rückgang im Januar dieses Jahres legte die Arbeitslosigkeit im Februar wieder zu. Im Vergleich zum Vormonat stieg sie um 1,1 Prozent, um Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,5 Prozent. Eine Arbeitslosenquote nennt das Arbeitsministerium nicht. Laut dem Statistikamt Insée, das die Zahlen nach einer anderen Methode berechnet, lag sie zuletzt bei zehn Prozent.

          Die neuesten Arbeitslosenzahlen wurden just an dem Tag veröffentlicht, an dem das Kabinett in Paris eine umstrittene Reform des Arbeitsrechts verabschiedete. Hollande und sein Premierminister Manuel Valls hoffen unter anderem durch eine Lockerung der 35-Stunden-Woche Bewegung in den Arbeitsmarkt zu bekommen. Das Vorhaben stößt aber auf den Widerstand von Gewerkschaften, Studenten- und Jugendorganisationen sowie dem linken Flügel der regierenden Sozialisten.

          Gute Nachrichten gab es für die Regierung derweil beim Staatshaushalt: Nach am Freitag vorgelegten Zahlen des Statistikamtes lag das Defizit im vergangenen Jahr mit 3,5 Prozent deutlich unter den erwarteten 3,8 Prozent. Allerdings ist dies nach wie vor deutlich über der EU-Obergrenze von drei Prozent. Diese Vorgabe soll 2017 wieder erreicht werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          In Offenbach wird gebaut – aber wie teuer wird die Grundsteuer?

          Bundestag stimmt am Freitag ab : Protokollnotiz soll die Grundsteuer retten

          Die Bundesregierung steht unter Druck: Ohne Einigung in Sachen Grundsteuer müssen die Kommunen auf mehr als 14 Milliarden Euro im Jahr verzichten. Viel spricht dafür, dass FDP und Grüne die geplante Reform ermöglichen werden.
          Gergely Karacsony am Sonntag nach seinem Wahlsieg in Budapest

          Kommunalwahlen in Ungarn : Die Hauptstadt wendet sich gegen Orbán

          Die Fidesz-Partei des Ministerpräsidenten erleidet empfindliche Niederlagen in Budapest und anderen wichtigen Städten. Das hat mit Skandalen und Korruptionsvorwürfen zu tun, aber auch mit einer Kooperationsstrategie der Opposition von links bis ganz rechts.
          Der amtierende indische Ministerpräsident Narendra Modi

          Hohe Verschuldung : Weltbank warnt vor indischer Krise

          Die Lage der Banken wird prekärer. Von faulen Krediten im Volumen von rund 150 Milliarden Dollar ist die Rede. Nun schlagen die Probleme aus dem Finanzsektor auf die Binnenwirtschaft durch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.