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Wohin geht der Trend? : Zahl der Arbeitslosen auf Wiedervereinigungstief

  • Aktualisiert am

Männer arbeiten auf einer Baustelle in Hamburg. Bild: dpa

Mit der Frühjahrsbelebung ist die Arbeitslosenzahl in Deutschland auf 2,3 Millionen gesunken. Der Aufschwung am Arbeitsmarkt schwächt sich jedoch ab. Eine Trendumkehr?

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          Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Mai auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren 2,315 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Behörde am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Das seien 68.000 weniger gewesen als im April und 182.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent. „Der Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt setzt sich somit fort, wenn auch schwächer als in den Wintermonaten“, sagte BA-Chef Detlef Scheele.

          Ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosenzahl ist im Mai üblich, weil die Beschäftigung in den Außenberufen regelmäßig saisonbedingt steigt. Allerdings fiel die Abnahme in diesem Jahr etwas schwächer aus als im Durchschnitt der Vorjahre. Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen ging die Arbeitslosigkeit im Monatsvergleich laut BA um 11.000 zurück. Banken-Volkswirte hatten ein Minus von 10.000 erwartet.

          Die geringste Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung war bisher im November 2017 mit 2,368 Millionen Erwerbslosen verzeichnet worden.

          Langzeitarbeitslose haben es weiterhin schwer

          Scheele rechnet allerdings für die kommenden Monate nicht mehr mit ähnlich stark sinkenden Arbeitslosenzahlen wie im Vorjahr. „Es kann tatsächlich sein, dass sich etwas auf einem hohen Niveau der Konjunktur einpendelt, das einfach nicht immer weiter durch die Decke gehen kann, wie wir es in den Wintermonaten hatten“, sagte er am Mittwoch in Nürnberg.

          Die BA sieht darin jedoch kein Warnsignal. Von einer Trendwende zum Schlechten kann laut BA-Chef Detlef Scheele keine Rede sein: „Wir sehen ausdrücklich nicht, dass sich etwas umkehrt.“

          Schwierig bleibt nach seiner Einschätzung insbesondere der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit. Allerdings seien inzwischen erste Fortschritte erzielt worden. „Wir sind von der Millionengrenze doch signifikant und stabil entfernt. Das ist eine gute Entwicklung.

          Dennoch bleibt die weitere Senkung der Langzeitarbeitslosigkeit eine wichtige und gleichzeitig ausgesprochen anspruchsvolle und schwierige Aufgabe“, sagte der Chef der Nürnberger Bundesbehörde. Ein Viertel der Langzeitarbeitslosen seien bereits mehr als vier Jahre ohne Arbeit – „und somit weit weg vom Arbeitsalltag“.

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