https://www.faz.net/-gqe-7xtoe

Streit mit Vermarkter : Youtube-Star stoppt seine Kanäle

  • Aktualisiert am

Simon Unge gehört zu den erfolgreichsten Youtube-Stars in Deutschland. Nun beendet er seine Kanäle in der bisherigen Form. Dahinter schwelt ein Streit mit der Firma Mediakraft Networks.

          Den meisten Erwachsenen ist sein Name gänzlich unbekannt, doch unter Jüngeren feiert der 24 Jahre alte Simon Unge Erfolge mit seinen Youtube-Kanälen „Ungespielt“ und „Ungefilmt“. Beide Kanäle zusammen haben über 2 Millionen Abonnenten, die Beiträge sorgen im Monat für rund 30 Millionen Klicks. In den Videos geht es um Computerspiele und Lifestyle. Doch nun hat der junge Mann mit den Dreadlocks in einem Video angekündigt, er werde die beiden Kanäle in seiner bisherigen Form aufgeben. Stattdessen mache er einen neuen Kanal auf.

          Als Grund nennt er Ärger mit der Firma Mediakraft Networks – eine Art Plattenlabel für junge Youtuber, die ihnen bei der Vermarktung helfen. Er fühle sich von der Firma aber nicht richtig unterstützt.

          Unge gehört zu den wenigen Youtubern, die von ihren Videobeitragen leben können: Er verdiene wegen der hohen Abrufzahlen mit den Kanälen inzwischen „gutes Geld“, daher falle es ihm sehr schwer, sie aufzugeben, erzählt er in seinem Video. Für seinen neuen Kanal „Youtube.com/unge“ muss er den Abonnentenstamm neu aufbauen. Obwohl dort noch kein Video hochgeladen wurde, hat der Kanal nach wenigen Stunden bereits über 300.000 Abonnenten.

          Die Kölner Firma Mediakraft hat erst vor kurzem ein bekanntes Mitglied verloren: Der Berliner Videoblogger Florian Mundt – auf Youtube besser bekannt als LeFloid -  hat sich aus ähnlichen Gründen von der Fima getrennt.

          Mediakraft: Der Vertrag kann nicht einseitig aufgehoben werden

          Mediakraft reagierte am Sonntagnachmittag mit Bedauern: „Wir hätten uns gewünscht, diesen Streit auf andere Weise beilegen zu können“, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Unge suche nun aber eine juristische Auseinandersetzung. Er habe jedoch einen gültigen Vertrag unterschrieben, der nicht einseitig aufgehoben werden könne. Unge habe viele Hilfen, die ihm angeboten worden seien, einfach ausgeschlagen.

          Mediakraft ist Betreiber eines Youtube-Partnernetzwerks, das mehrere Kanäle gemeinsam vermarktet. Die Firma hilft bei der Produktion und der Verbreitung der Videos. Zielgruppe sind  laut Selbstaussage 14- bis 34-Jährige, die sich weitestgehend von den klassischen Medien abgewandt haben. Im Herbst sammelte die Firma 16,5 Millionen Euro bei Investoren ein.

          Weitere Themen

          Neue Vorwürfe gegen Scheuer

          Maut-Debakel : Neue Vorwürfe gegen Scheuer

          Die Pkw-Maut kommt nicht - jetzt werden die Verträge aufgearbeitet. Hat Verkehrsminister Scheuer getrickst, damit die Mauterhebung billiger aussieht?

          Topmeldungen

          Handelsabkommen mit Bolsonaro : Berlin ist dafür, Paris dagegen

          Die Bundesregierung will das Mercosur-Freihandelsabkommens ratifizieren. Frankreich und andere EU-Staaten hatten wegen der Haltung Brasiliens zu den Bränden am Amazonas eine Blockade gefordert. Droht kurz vor dem G-7-Gipfel Streit zwischen Berlin und Paris?
          Wer macht’s? Annalena Baerbock und Robert Habeck

          Grüne Kanzlerkandidatur : Baerbock oder Habeck?

          Die grüne Spitze kommt gut an. Doch Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen nicht darüber reden, wer Kanzlerkandidat wird und mit wem sie im Bund koalieren wollen.
          Verkehrsminister Andreas Scheuer

          Maut-Debakel : Neue Vorwürfe gegen Scheuer

          Die Pkw-Maut kommt nicht - jetzt werden die Verträge aufgearbeitet. Hat Verkehrsminister Scheuer getrickst, damit die Mauterhebung billiger aussieht?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.