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Yahoo : Kaum Begeisterung bei Analysten

  • Aktualisiert am

Vom neuen Yahoo-Chef Terry Semel wird noch einiges erwartet Bild: dpa

Zufriedenheit ist etwas anderes. Zwar wurden die schwachen Erwartungen erfüllt, aber Anlass zur Freude sehen Analysten bei Yahoo nur wenig.

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          Mit einem fast schon euphorischen Kurssprung von 13,6 Prozent im nachbörslichen Handel begrüßten die Aktienmärkte die am Mittwoch nach Börsenschluss präsentierten Quartalszahlen von Yahoo. Die Analysten zeigten sich dagegen wenig begeistert.

          “Vorgaben zu übertreffen, die man bereits zweimal nach unten revidiert hat, das bringt keine Standing Ovations,“ kommentierte der ABN-Amro-Analyst Arthur Newman. Und auch die Aussichten seien nicht gerade rosig. Während die meisten Beobachter damit gerechnet hätten, dass das dritte Quartal eine leichte Erholung bringen würde, seien sie nun enttäuscht worden.

          KGV noch immer sehr hoch

          Zwar gab Yahoo an, im dritten Quartal vor außerordentlichen Posten den Turnaround schaffen zu wollen, doch hatten sich manche Analysten mehr erhofft. Und angesichts sinkender Umsätze sei das derzeitige Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 100 nicht zu rechtfertigen, kommentierte CIBC-Analyst John Corcoran.

          Yahoo hatte für das zweite Quartal einen Nettoverlust von 48,524 Millionen Dollar ausgewiesen, nach einem Nettogewinn von 53,331 Millionenen Dollar im Vorjahresquartal. Der Umsatz sank auf 182,165 Millionen von 272,950 Millionen Dollar.

          Mehr vom neuen Chef erwartet

          Auch der neue CEO von Yahoo, Terry Semel, zeigte sich zurückhaltend. Wie viele andere Manager der IT-Branche geht er davon aus, dass sich die derzeitige Marktschwäche bis Mitte 2002 fortsetzen wird. Yahoo macht derzeit aber seine Hausaufgaben. Nach Unternehmensangaben ist das am Mittwoch vorgelegte Ergebnis vor allem auf eine frühzeitige Implementierung von Kostensenkungsmaßnahmen zurückzuführen.

          Viele Beobachter hatten sich aber von dem seit April amtierenden CEO Semel ein härteres Durchgreifen erwartet. “Ich sehe unsere Aufgabe mehr als eine Evolution denn als eine Revolution,“ kommentierte Semel dagegen schon früher.

          Schwache Werbeeinahmen bleiben schwach

          Die zentrale Herausforderung für Yahoo wie für die Wettbewerber dürfte in der Behandlung der Frage der Werbeeinnahmen liegen. Nicht nur leiden die PR-Budgets unter der generell schwachen Wirtschaftslage, hinzu kommt, dass man sich über die Wirksamkeit von Online-Werbung nicht mehr sicher ist. Werbeeinnahmen bilden aber die Haupteinnahmequelle von Yahoo.

          Expansion nicht sichtbar

          Nun plant das Unternehmen, kostenpflichtige Online-Dienste anzubieten. Aber auch diese Ankündigung ist nicht neu, so der Amro-Analyst Newman, und bislang sei wenig geschehen. Die Expansion in Richtung Online-Musik, Real-Time-Kurse und Kooperationen sei unter dem neuen CEO noch nicht sichtbar vorangekommen. Analysten und die Manager von Yahoo sind sich zumindest darin einig, dass der Umbau noch Zeit brauchen wird. Zufrieden waren die Analysten am Mittwoch aber nicht.

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