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Möbelhändler : XXXLutz-Gruppe räumt Fehler ein

Es ist nicht das erste Mal, dass die XXXLutz-Gruppe durch den Umgang mit ihren Mitarbeitern negative Schlagzeilen macht, obwohl sie sich laut Internetseite zu den „Spielregeln von Fairness und sozialer Verantwortung“ bekennt. Schon bei der Schließung einer Münchener Filiale im Jahr 2013 wurden 160 Mitarbeiter ohne Vorankündigung freigestellt. Den Räumungsverkauf wickelten Kollegen aus anderen Filialen ab. Erst im Januar erklärte zudem das Arbeitsgericht Oberhausen die Kündigung von Mitarbeitern der Möbelstadt Rück, die vor zwei Jahren von XXXLutz erworben wurde, für unwirksam. Die Arbeitsverhältnisse bestünden weiter, da es sich um einen Betriebsübergang handle, urteilten die Richter. Wiederkehrender Kritik sieht sich der Möbelhändler auch ausgesetzt, weil er ein Geflecht von gut 200 Einzelgesellschaften aufgebaut hat, nicht in der Tarifbindung ist und keinen Gesamtbetriebsrat hat.

Die XXXLutz-Gruppe ist schnell gewachsen

Vor allem durch zahlreiche Zukäufe ist die XXXLutz-Gruppe, zu der hierzulande neben den 39 XXXL-Filialen auch 31 Mömax-Mitnahmemärkte gehören, in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Allein 2015 wurden die kleineren Wettbewerber Pallen, Sonneborn und Zimmermann sowie zwei Standorte von Möbel Mahler übernommen. Zudem erfolgte der Einstieg bei der in Unna ansässigen Möbelkette Zurbrüggen – daraufhin trat XXXLutz aus dem Möbeleinkaufsverband Begros aus und gründete den eigenen Verband Giga International. Mit einem Deutschland-Umsatz von 2,2 Milliarden Euro sieht Götz XXXLutz inzwischen auf dem hiesigen Markt auf Platz zwei hinter dem doppelt so großen Marktführer Ikea und vor der Höffner-Gruppe von Kurt Krieger. Insgesamt betreibt die Gruppe 237 Einrichtungshäuser in acht europäischen Ländern und setzt rund 3,9 Milliarden Euro um.

Die rasche Expansion – zuletzt kamen jährlich fünf bis sechs Standorte neu hinzu – bringt mitunter auch Schwierigkeiten mit sich, wie Götz einräumt. „Wenn wir zu viele Betriebe auf einmal integrieren müssen, stoßen wir organisatorisch an unsere Grenzen. Dann knirscht es manchmal schon.“ Dennoch will er keine Abstriche an der Wachstumsstrategie machen. „Wir werden in dem Tempo weitergehen.“ Sein Augenmerk gilt derzeit vor allem Nordrhein-Westfalen, wo er neben weiteren Akquisitionen auch eine Neuansiedlung anstrebt. Das Grundstück sei schon erworben, die Anträge für das Genehmigungsverfahren in Vorbereitung. Allerdings lassen sich neue Standorte immer schwerer durchsetzen. So konnte Konkurrent Segmüller seinen Neubau in Pulheim bei Köln erst mit mehrjähriger Verzögerung starten.

In Zukunft rechnet Götz mit einer weitere Verschärfung des Verdrängungswettbewerbs auf dem deutschen Möbelmarkt , auf dem 32,6 Milliarden Euro umgesetzt werden. „Sehr viele Mitbewerber mit kritischer Größe müssen sich nach Allianzen umschauen, sonst werden sie in den nächsten Jahren vom Markt verschwinden.“ Wenn es sich nicht gerade um kleine Spezialisten handelt, hält er Händler mit einem Umsatz von weniger als 500 Millionen Euro auf Dauer nicht für wettbewerbsfähig.

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