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Xbox und Zune-Entwickler J. Allard : Der Spaßbringer

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James Allard wird nur „J” genannt Bild: Microsoft

Microsoft kann in seinem wichtigsten Geschäft kaum noch wachsen. Jetzt sucht der Konzern sein Heil in der Unterhaltung. Eine zentrale Figur ist dabei J. Allard. Er entwickelte die Spielekonsole Xbox und den tragbaren Musik- und Videospieler Zune.

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          1993 schrieb ein 25-jähriger Microsoft-Jüngling ein Memo, das sogar Bill Gates überzeugte: Microsoft müsse sich endlich besser um „diese neue Technik“ kümmern. Gemeint war das Internet. Der Autor der Nachricht: J. Allard. Er ist heute einer der jungen Köpfe, die Microsoft fit machen sollen für die Zukunft.

          Denn der Konzern kann in seinem wichtigsten Geschäft kaum noch wachsen: Das Betriebssystem Windows und die Bürosoftware Office sind längst schon auf fast allen Computern vertreten. Zudem droht ihnen Konkurrenz, denn der Internet-Konzern Google arbeitet heftig an Büroprogrammen, die direkt auf seiner Homepage laufen. Gleichzeitig scheinen Bill Gates die großen Visionen von der Technik der Zukunft auszugehen, mit denen er früher brillierte.

          Microsoft such sein Heil in der Unterhaltung

          Jetzt sucht Microsoft sein Heil in der Unterhaltung, wie auch einige andere Unternehmen aus der Informationstechnik (IT). Das neue Betriebssystem Windows Vista hat sich weit in Richtung Multimedia entwickelt. Mit seiner Spielekonsole Xbox ist Microsoft schon seit Jahren dabei - seit November auch mit dem tragbaren Musik- und Videospieler Zune. Beide entwickelte J. Allard. Er heißt eigentlich James, wird aber nur „J“ genannt.

          Allard versucht mit seinem Team, Spaß in den Konzern zu bringen. Traditionell sehen die Microsoft-Leute ihre Firma als ein ernstes Unternehmen, das großartige Software produziert und in dem die Technik im Mittelpunkt steht. Das zeigt sich an der ersten Version der Xbox schon optisch: Sie war schwarz und klobig. Für die zweite Version „Xbox 360“ legte Allard Wert auf ein besseres Aussehen: Er engagierte einen Gestalter, der einen Wettbewerb unter zwölf angesehenen Design-Firmen veranstaltete, und beauftragte einen zusätzlichen Experten extra mit der Suche nach den richtigen Farben. Die Xbox soll sich im Wohnzimmer gut machen. Dort ersetzt sie den CD-Spieler. Und in Amerika können die Nutzer seit November mit der Xbox bereits Filme aus dem Internet herunterladen und ansehen. Doch die Konkurrenz von Sony und Nintendo ist stark. Obwohl Microsoft mit der Xbox inzwischen rund 40 Prozent Marktanteil haben dürfte, verdient die Unterhaltungssparte noch kein Geld.

          Hohe Ansprüche

          Damit kann Allard nicht zufrieden sein, denn er hat hohe Ansprüche: „Go big or go home“ solle auf seinem Grabstein stehen, sagte er einmal, was so viel heißt wie: „Mach dein Ding groß oder gar nicht.“ Jetzt will der Spaßmacher den neuen Musikspieler Zune groß herausbringen - gegen die anscheinend übermächtige Konkurrenz von Apple, den iPod. Dummerweise ähnelt der Zune dem iPod stark. Es gibt allerdings ein paar kleine Unterschiede: Zune enthält auch ein Radio, und vor allem können die Nutzer Musik per Funk tauschen. Das ist aber mehr eine Marketing-Maßnahme für die Musikindustrie: Die Empfänger können ihre neuen Lieder nur innerhalb von drei Tagen und nur dreimal anhören.

          In den ersten zwei Wochen verkaufte sich Zune trotzdem gut, die Kunden wollten davon fast so viele Exemplare haben wie vom iPod. Dann allerdings fiel der Zune-Absatz zurück. Ob Allard seinen Musikspieler doch noch zum Erfolg bringt? Gut möglich - in seiner Geschichte war Microsoft schon öfter erst im zweiten Anlauf erfolgreich. Auch die zweite Version der Xbox ist schon deutlich besser als die erste.

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