https://www.faz.net/-gqe-73lv7

Wolfgang Schäuble : Steuerjäger

Singapur gilt als eines der letzten wichtigen Rückzugsgebiete für Steuersünder. Finanzminister Schäuble war jetzt dort. Er hat dabei auch das Steuerabkommen mit der Schweiz im Hintersinn.

          Der Zwischenstopp in Singapur hat sich für Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gelohnt. Das Steuerschlupfloch dürfte bald Geschichte sein. Das Doppelbesteuerungsabkommen liegt zwar schon länger unterschriftsreif vor, aber mit seinem Besuch vor Ort konnte sich Schäuble noch einmal als Jäger der verlorenen Schätze zeigen.

          Sein Ziel ist es, den Finanzämtern den Blick auf Konten von Steuerpflichtigen aus Deutschland zu erlauben. Damit erhielte Schäuble ein weiteres Argument für das Steuerabkommen mit der Schweiz, das die Opposition nicht zuletzt mit dem Hinweis ablehnt, es erlaube den stillen Abzug von Schwarzgeld.

          Singapur gilt als eines der letzten wichtigen Rückzugsgebiete. Ob dort wirklich große Schätze von Deutschen lagern, weiß aber bisher niemand. Es gibt Hinweise, die dagegen sprechen. Das ändert nichts daran, dass die geplante Vereinbarung mit dem asiatischen Stadtstaat wichtig ist. Mit ihr würde ein weiterer Fluchtweg für potentielle Steuerhinterzieher verbaut. Dass SPD und Grüne Schäuble aus parteitaktischen Gründen dennoch auflaufen lassen, ist nicht auszuschließen. Stichhaltige Argumente haben sie dafür immer weniger.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Folgen:

          Topmeldungen

          Mordfall Lübcke : Die Falle der AfD

          Die AfD ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Die Krokodilstränen über den Tod eines Repräsentanten des „Systems“, das sie aus den Angeln heben will, kann sie sich sparen.
          Qatar und kein Ende: Michel Platini muss sich jetzt der französischen Justiz erklären.

          Platini verhaftet : Auch Sarkozy saß mit am Tisch

          Nach seiner Festnahme in Nanterre lässt Michel Platini erklären, er sei „völlig unbeteiligt“. Woran? Die Spur führt zu einem Lunch mit dem Emir von Qatar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.