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Kommentar : Weiser Schäuble-Wechsel

Wolfgang Schäuble zieht aus dem Finanzministerium aus. Damit verschafft er Angela Merkel Spielraum. Aber auch als Bundestagspräsident ist er ein Glücksgriff.

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          Das nennt man einen Befreiungsschlag. Wolfgang Schäuble wechselt aus dem Finanzministerium in das zweithöchste Amt im Staat – und verschafft so Angela Merkel den Freiraum, den sie in den schwierigen Koalitionsverhandlungen benötigen wird. Das gilt für die Sachfragen wie die spätere Postenverteilung. Die Suche nach Kompromissen droht erfahrungsgemäß teuer für den Staat zu enden.

          Ob die schwarze Null, für die der CDU-Politiker wie kein anderer steht, gehalten werden kann, wenn vier Parteien mit ihren Wünschen und Versprechen bedient werden müssen, ist fraglich. Nach dem Auszug Schäubles aus dem Finanzministerium kann die FDP nach dem Ressort greifen, das ihr Spitzenmann Christian Lindner als einziges auf Augenhöhe mit dem Kanzleramt sieht.

          Doch sollte die Rochade nicht nur verhandlungstaktisch beurteilt werden. Schäuble ist mit Abstand dienstältester Abgeordneter im Bundestag. Die Verwaltung kommt bei ihm auf 44,808 Jahre. Ihm ist zuzutrauen, AfD-Entgleisungen mit einer Rechts-Links-Kombination aus Schärfe und Schlagfertigkeit einzuhegen und gleichzeitig mit eigenen Reden dem Land neue Impulse zu geben. Es ist ein Wechsel mit vielen Gewinnern.

          Manfred Schäfers
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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