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Wolfgang Schäuble in Zitaten : Isch over

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Eine seiner Bühnen: Wolfgang Schäuble in der Bundespressekonferenz (Archivbild) Bild: dpa

Innenminister, Kanzleramtschef, Finanzminister: Wolfgang Schäuble ist 75 Jahre alt und hört wohl als Kassenwart Deutschlands auf. Wenn er etwas sagt, hören viele zu. Das sind seine besten Sprüche.

          Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist der wichtigste und älteste Minister im Kabinett der Kanzlerin Angela Merkel. Und mehr als das - immer wieder haftet ihm der Ruf an, eine Art „Schattenkanzler“ zu sein, was an seinem Alter, seiner Erfahrung in verschiedensten Positionen liegt. Nun tritt er als Kassenwart der Bundesrepublik ab, wechselt wohl an die Spitze des gerade neu gewählten Bundestages, der nun aus sieben Parteien besteht. Mit vielen Äußerungen hat Schäuble während seiner Amtszeit Schlagzeilen geschaffen und zu verschiedensten Themen. Hier kommt eine Auswahl:

          „Am 28. (Februar), 24 Uhr, isch over": So warnte Schäuble die gerade gewählte griechische Regierung, nachdem Alexis Tsipras die Wahl gewonnen hatte und an die Macht in Athen kommen war. Er bezog sich damit auf die Frage, ob das damals laufende Hilfsprogramm verlängert werden würde und besonders auf das Ansinnen des Finanzministers Varoufakis, es zu ändern.

          „Wissen Sie: Ich habe früher als Innenminister mit SED-Ministern verhandelt. Sie können sich ihre Partner nicht immer aussuchen, aber Sie müssen mit ihnen arbeiten“: Das sagte Schäuble in einem Zeitungsinterview dazu, dass der nur wenige Monate amtierende griechische Finanzminister Varoufakis Treffen der Minister mitgeschnitten hatte.

          „Im Schatten eines großen Baumes ist der Rasen oft nicht so stark entwickelt“: So antwortete Schäuble auf die These, dass die Kanzlerin und CDU-Vorsitzenden Angela Merkel über zu wenig Personal verfüge, dass einmal ihre Position übernehmen könnte.

          „Wir werden doch nicht zu einem Flüchtling, der im Mittelmeer ertrinkt, sagen: Mensch, uns ist gerade das Geld ausgegangen“:  Damit reagierte er auf die Frage, ob das Ziel eines ausgeglichenen Bundeshaushaltes der Flüchtlingshilfe Grenzen setze.

          „Die Abschottung ist doch das, was uns kaputt machen würde, was uns in Inzucht degenerieren ließe. Für uns sind Muslime in Deutschland eine Bereicherung unserer Offenheit und unserer Vielfalt. Schauen Sie sich doch mal die dritte Generation der Türken an, gerade auch die Frauen! Das ist doch ein enormes innovatorisches Potenzial!" Da ging es um den Islam in Deutschland.

          „Das Problem in der Wirtschaft ist der Mensch": Eine nicht ganz ernst gemeinte Anmerkung während einer Buchvorstellung der Währungsfonds-Chefin Christine Lagarde über die Frage, wie die Wirtschaft der Eurozone am besten angekurbelt werden könnte.

          „Ich bin Finanzminister, ich bin doch nicht völlig dement“: Damit reagierte Schäuble auf Kritik am Bundeshaushalt für das nächste Jahr und Kritik, nach der weniger Ausgaben vorgesehen seien, um Langzeitarbeitslose zu fördern.

          „Im Märchen von Frau Holle fallen die Sterntaler ja auch nur für die, die Gutes tun“: Schäuble einmal im Bundestag angesichts des Umstands, dass er wegen der niedrigeren Zinsen seinen Haushalt leichter ausgleichen kann.

          „Mir tut jeder leid, der mein Englisch ertragen muss“: Sagte Schäuble am 22. Dezember 2012 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Und wie auf seine nun ziemlich sichere neue Rolle gemünzt wirkt im Nachhinein diese Aussage: „Ich bin der Älteste im Kabinett. Ich verkörpere sozusagen das Langzeitgedächtnis der Republik. Da ich auch nichts mehr werden muss, habe ich ein größeres Maß an innerer Unabhängigkeit als andere.“

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