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Wohnungsbaupolitik : Ideenflut gegen studentische Wohnungsnot

Peter Ramsauer (CSU) Bild: dpa

Bundesbauminister Ramsauer prüft die Umwidmung von Kasernen, Zollgebäuden und Hotelschiffen. Mehr Geld will er allerdings nicht ausgeben.

          Bezahlbare Wohnungen für Studenten werden an vielen Studienorten vorerst Mangelware bleiben. Die studentische Wohnungsnot sei nicht von einem Semester auf das andere zu beheben, sagte Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) nach einem Treffen mit Studentenwerken und Wohnungswirtschaft am Dienstag in Berlin. Die Wohnungsbaupolitik sei ein „träger Tanker“. Die Zahl der fehlenden Studentenwohnungen bezifferte Ramsauer auf 70.000, davon 25.000 in Wohnheimen.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Die Vorschläge des „Runden Tisches“ zur Linderung des Mangels reichen von der Umwidmung von Kasernen bis zur Nutzung von Hotelschiffen. Bundesliegenschaften könnten zum Bau von Studentenwohnungen genutzt werden. Geprüft werden soll auch, ob ehemalige Zoll- und Verwaltungsgebäude umgewandelt werden könnten. Ferner soll die staatliche KfW-Bank den Wohnungsbau für Studenten stärker fördern. Bis zu einem zweiten Treffen im Frühjahr will Ramsauer die Vorschläge prüfen lassen. Er sieht vor allem „die Länder in der Pflicht“, schließlich erhielten sie 518 Millionen Euro jährlich für den sozialen Wohnungsbau. Der Bund wolle sich aber „nicht wegducken“.

          Studentenverbände kritisierten, dass der Bund kein Geld bereitstellen wolle, dies begrenze die Handlungsoptionen stark. Die BAföG-Wohnraumpauschale von 224 Euro reiche zudem nicht mehr, um ein Zimmer zu finanzieren, Der Generalsekretär des Verbands der Studentenwerke (DSW), Achim Meyer auf der Heyde, forderte ein Bund-Länder-Programm für den Wohnungsbau. Mieten von 300 bis 400 Euro seien für Studenten zu hoch. Die Miete für einen Wohnheimplatz liege derzeit im Schnitt bei 214 Euro. Der Präsident des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, Walter Rasch, regte an, Zweizimmerwohnungen zu bauen und sie dann - etwa durch die Studentenwerke - an Wohngemeinschaften zu vermitteln. So könnten die Wohnungen auch bei weniger Druck auf dem studentischen Wohnungsmarkt vermarktet werden. Ramsauer und der Berliner Bausenator Michael Müller (SPD) wandten sich gegen die Annahme, die Wohnungsnot sei eine vorübergehende Erscheinung. Denn auch nach dem Abflauen des Andrangs wegen doppelter Abiturjahrgänge und des Endes der Wehrpflicht drängten weiter viele junge Leute an die Hochschulen.

          Der SPD-Baupolitiker Sören Bartol sprach von einer „Show-Veranstaltung“ Ramsauers. „Es reicht nicht aus, nur mit dem Finger auf die Länder zu zeigen“, sagte er. Einen Bundestagsantrag der SPD zur Stärkung der sozialen Infrastruktur in Hochschulstädten habe die Koalition erst im Februar abgelehnt. Die Grünen forderten ergänzend zum Hochschulpakt einen „bundesweiten Aktionsplan, damit Studierende nicht nur einen Studienplatz, sondern auch ein Dach über dem Kopf vorfinden“. Ramsauer habe es in der aktuellen Mietrechtsnovelle versäumt, die Steigerung der Mieten zu bremsen.

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