https://www.faz.net/-gqe-9sd8a

Wohngelderhöhung : Besser Wohnen

18.10.2019: Der Bundestag hat eine Erhöhung des Wohngeldes für Geringverdiener verabschiedet. Bild: AP

Die vom Bundestag beschlossene Wohngelderhöhung ist im Grunde begrüßenswert - Unzulänglichkeiten bleiben jedoch ärgerlich.

          1 Min.

          Das Wohngeld für Geringverdiener zählt zu den wenigen Sozialleistungen, die politisch eher zu wenig Beachtung finden als zu viel. Als Instrument zum Entschärfen von Mietsteigerungen und Wohnungsmangel ist es viel tauglicher als die unselige Mietendeckel- und Enteignungspolitik, die sich quer durch die Parteien wachsender Popularität erfreut. Überdies ist es zielgenau, weil der Staat knappe Ressourcen hier nicht mit der Gießkanne verteilt, sondern nur an Haushalte, die Unterstützungsbedarf nachweisen. Die nun beschlossene Wohngelderhöhung ist insofern eine der wenigen sozialpolitischen Entscheidungen dieser Regierungskoalition, die auch in Zeiten schrumpfender Haushaltsspielräume zukunftsfähig erscheint. Ärgerliche Schwachstellen im System der Einkommenszuschüsse für Geringverdiener bleiben indes bestehen. Das sind vor allem die Wechselwirkungen, die Familien spüren, wenn sie Wohngeld und Kinderzuschlag gleichzeitig erhalten: Mit steigendem Erwerbseinkommen wird ihnen beides oft so rabiat gekürzt, dass sich zusätzliche Arbeit gar nicht lohnt. Offenbar fehlt der Koalition vor lauter Zank über die Grundrente die Kraft, solche Respektlosigkeiten zu beseitigen.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Folgen:

          Jetzt mit F+ lesen

          Negative Wahrnehmung : Warum die Deutschen nicht so arm sind, wie sie denken

          Immer mehr Menschen in Deutschland seien von Armut bedroht, heißt es oft. 84 Prozent der Bürger glauben das. Dabei sieht die Realität ganz anders aus – selbst für Ausländer, wie ein Blick auf die Statistik zeigt. Doch diese Feststellung ist unpopulär. Warum?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.